HIStory: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst | KenFM.de

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01-02-21 07:34:00,

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Der Buchautor und Publizist Hermann Ploppa erläutert in HIStory kurz und sachlich historische Daten und Jahrestage von herausragenden geschichtlichen Ereignissen. Dabei werden in diesem Format Begebenheiten der Gegenwart, die mit einem Blick in die Vergangenheit in ihrer Bedeutung besser einzuordnen sind, künftig alle 14 Tage montags in einen geschichtlichen Kontext gebracht.

Das Thema heute: Luther beendet das lukrative Geschäft mit der Todesangst – Die Ablassbriefe und ihre Abschaffung

Große Unternehmen, große Staaten, große Klöster, große Kirchen, große Nichtregierungsorganisationen: sie alle sind nie zufrieden mit dem Status Quo und wollen stattdessen noch immer größer und größer werden. Es liegt in der Natur der Sache: ein Organismus kann nur überleben, wenn er wächst. So scheint es jedenfalls. Aber auch die persönliche Raffgier der Lenker dieser Organismen wird immer größer. So explodiert mit der Zeit der Bedarf nach frischem Geld. Und immer wieder lässt sich frisches Geld möglichst rasch nur durch die Erzeugung von Angst herbeischaffen. Auf das Schockerlebnis mit den zusammenstürzenden Twin Towers am 11. September 2001 folgt eine gigantische Aufblähung der Rüstung und der Sicherheitsindustrie. Und die Wachstumsexplosion der Biotechnologie führt augenblicklich gerade zum Geschäft mit der Angst durch den Seuchentod dank Corona.

Ich möchte heute zeigen: das war immer schon mal so. Und es gab auch immer wieder erfolgreichen Widerstand gegen diese Exzesse.

Nehmen wir nur mal die Geschichte um den Augustinermönch und Theologieprofessor Doktor Martin Luther. Der hat bekanntlich am 31. Oktober 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen angenagelt. Diese Tat soll dann sozusagen durch die Schlagkraft der besseren Argumente den Exzessen der Katholischen Kirche den Garaus gemacht haben.  Da gehört aber sicher mehr dazu, um so einen korrupten Apparat zum Einlenken zu bewegen, als nur gute Worte. Denn schon früher hatten reihenweise kluge Leute den Alleinvertretungsanspruch der Heiligen Mutter Kirche anzuzweifeln gewagt. Nur ging es diesen Leuten dann nicht mehr so gut und sie landeten auf dem Scheiterhaufen, wie z.B. Jan Hus. Oder sie verschimmelten in Kerkern.

Also: was war bei Martin Luther anders als bei seinen unglücklichen Vorgängern?

Zunächst mal: was war das Ungeheuerliche an Luthers 95 Thesen?

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