LMU-Statistiker: Keine Corona-Übersterblichkeit – Deutsche Datenqualität “einzige Katastrophe”

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01-02-21 08:08:00,

1 Feb. 2021 15:33 Uhr

Übersterblichkeit oder nicht? Kaum eine Frage ist für das Corona-Geschehen 2020 entscheidender. Der Statistiker Göran Kauermann kritisiert den allzu laxen Umgang mit den entsprechenden Zahlen. Eine Übersterblichkeit geben die Zahlen laut dem Experten nicht her.

LMU-Statistiker: Keine Corona-Übersterblichkeit – Deutsche Datenqualität

Quelle: http://www.globallookpress.com © Felix Kästle

Sie gilt als ultimativer Nachweis für den mutmaßlich verheerenden Verlauf der ausgerufenen COVID-19-Pandemie auch in Deutschland: die sogenannte Übersterblichkeit (Exzess-Mortalität). Der Begriff ist aus der Corona-Debatte längst nicht mehr wegzudenken und hängt wie ein unsichtbares Damoklesschwert über der Bevölkerung.

Das erste Jahr der

Und es mangelt nicht an Schlagzeilen die den Zusammengang zwischen COVID-19 und einer signifikant erhöhten Anzahl an Todesfällen herstellen. So hieß es etwa bei der Zeit am 11. Dezember alarmistisch:

“Übersterblichkeit durch Corona – Alle drei Minuten ein Toter”.

Doch bei genauerer Betrachtung ist der Sachverhalt für das Corona-Jahr alles andere als eindeutig. Laut dem Statistischen Bundesamt beläuft sich die Gesamtzahl der 2020 in Deutschland verstorbenen Menschen auf 982.439, und das bei einer Gesamtbevölkerung von rund 83,25 Millionen Menschen.

Das wiederum entspricht laut Statistischem Bundesamt rund 48.000 Verstorbenen mehr als etwa für die Jahre 2016 bis 2019. Aha, da ist die also, die Corona-Übersterblichkeit? Ganz so einfach sollte man es sich nach Ansicht des Statistikers Göran Kauermann von der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) nicht machen.

Eines stellt der Statistiker und LMU-Professor im Interview mit der Welt direkt zu Beginn unmissverständlich klar:

“Nach unseren Berechnungen sind tatsächlich nicht unerwartet mehr Menschen gestorben als im Schnitt der vier Jahre davor.”

Mit seiner statistisch fundierten Einschätzung schließt sich Kauermann einer Einschätzung des Bonner Virologen Hendrik Streeck an, die dieser bereits im Frühjahr 2020 tätigte und wonach es bis Ende des Jahres aufgrund von Covid-19 wohl keine Übersterblichkeit gegeben werde.

An der LMU leitet Kauermann die COVID-19 Data Analysis Group, deren Aufgabe es ist, mit ihrem wissenschaftlichen Know-how und ihrer statistischen Expertise zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie beizutragen.

Eine grundlegende Ursache, die zu verzerrenden Zahlen-Interpretationen führe, sei die mangelnde Berücksichtigung des demografischen Faktors, so Kauermann. So gelte es, auch beim Vergleich der Sterblichkeit von 2020 die Altersstruktur der Bevölkerung zu berücksichtigen.

“Sie müssen wissen, dass der Jahrgang 1940, also der heute 80-Jährigen,

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