Wie aus einem Thriller: Ein Geheimdienstkrimi, der wirklich so passiert ist | Anti-Spiegel

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01-02-21 07:37:00,

Vor 15 Jahren hat sich der britische Geheimdienst MI-6 in Moskau bis auf die Knochen blamiert, als eine Spionageoperation aufgeflogen ist, von der man in Deutschland kaum etwas gehört hat. Diese Geschichte ist auch deshalb interessant, weil viele der handelnden Personen auch heute noch im Spiel und den Lesern des Anti-Spiegel wohlbekannt sind.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag in der Sendung “Nachrichten der Woche” an den 15. Jahrestag des Spionageskandals erinnert, dessen bloße Existenz die Briten noch Jahre danach bestritten haben, bevor sie sie fast beiläufig eingestanden haben. Ich habe diesen Beitrag des russischen Fernsehens nicht nur übersetzt, weil solche Spionagekrimis interessant und spannend sind, sondern vor allem deshalb, weil schon in dieser 15 Jahre alten Geschichte Menschen auftauchen, die auch heute noch in London die Fäden bei anti-russischen Operationen ziehen.

Ich empfehle, den Beitrag des russischen Fernsehens anzuschauen, der mit meiner Übersetzung auch ohne Russischkenntnisse verständlich ist. In dem Beitrag werden viele Originalaufnahmen des russischen Geheimdienstes gezeigt und da man solches Material nicht oft zu sehen bekommt, lohnt es sich, den Beitrag anzuschauen.

Beginn der Übersetzung:

Vor 15 Jahren erlebte unser Journalist Arkady Mamontov am eigenen Leib den Hass und die liberale Unnachgiebigkeit derjenigen russischen Landsleute, die nicht an westliche Spionage gegen Russland oder ihre Aufdeckung glauben. Der berühmte Spionagestein der Briten, der in Moskau gefunden wurde, wurde zum Anlass für endlose skeptische Witze über den Verfasser des Berichts. Als die Briten selbst die Panne endlich zugaben, dachte niemand daran, sich bei Arkady zu entschuldigen. Dabei ist die Geschichte lehrreich. Sowohl wegen des Steins selbst, als auch wegen des so vertrauten, arroganten Snobismus.

Jetzt haben viele vergessen, was für ein Skandal das war. Ein unglaubliches, beispielloses Versagen des britischen Geheimdienstes in Moskau. Der Skandal wurde damals in London so ernst genommen, dass das Auswärtige Amt um 4.50 Uhr Ortszeit seine erste Erklärung abgab: “Wir sind besorgt und überrascht von diesen Verdächtigungen. Wir bestreiten jeden Verdacht auf Fehlverhalten.”

Wenige Stunden später musste der britische Premierminister Tony Blair auf einer Pressekonferenz böse Fragen von Journalisten beantworten: “Ich habe davon nur im Fernsehen gehört, also kann ich noch keine Kommentare abgeben.”

Damals begannen alle Nachrichtensendungen in Großbritannien mit der Geschichte aus Moskau. Und alle zeigten diese Geschichte von Arkadi Mamontov, mit den Aufnahmen der russischen Geheimdienste, die die Aktionen der britischen Spione detailliert aufgezeichnet haben.

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