Angepasst, unkritisch, verzerrend – ÖR-Insider über Corona-Berichterstattung in den Leitmedien

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02-02-21 09:43:00,

https://snanews.de/20210201/corona-berichterstattung-kritik-749081.html

Angepasst, unkritisch, verzerrend – ÖR-Insider über Corona-Berichterstattung in den Leitmedien

Angepasst, unkritisch, verzerrend – ÖR-Insider über Corona-Berichterstattung in den Leitmedien

Unter dem Pseudonym „Ralf Arnold“ schildert der Autor, selbst seit vielen Jahren Redakteur und Nachrichtensprecher beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk, im… 01.02.2021, SNA

2021-02-01T18:47+0100

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An dem Tag, als der erste Corona-Verdachtsfall in seiner Region gemeldet wurde, habe ihn die Nachrichtenchefin angehalten, die Meldung zum Aufmacher seiner Nachrichtensendung zu machen, erinnert sich der Autor mit dem Pseudonym „Ralf Arnold“. Schon damals habe ihn ein ungutes Gefühl beschlichen und er habe es maßlos überzogen gefunden, einen bloßen Verdachtsfall an die erste Stelle zu rücken. Seither habe sich das ungute Gefühl massiv verstärkt. Mit weiteren Verdachtsfällen, bestätigten Corona-Fällen und ersten Todesfällen habe eine Dynamik eingesetzt, die nicht mehr aufzuhalten schien, und die Menschen hätten sich von einer diffusen Angst anstecken lassen.In allen Fernseh- und Online-Nachrichten sei die Grafik der Johns-Hopkins-Universität mit der stetig steigenden Kurve der Neuinfektionen zu sehen gewesen – ihm sei klargeworden, dass sie mehr psychologische Wirkung als sachliche Informationen enthielt, so der Autor. Denn obwohl es zur journalistischen Grundausbildung gehöre, Zahlen niemals ohne sinnvollen Bezug zu melden, der die Informationen einzuordnen hilft, scheine sich dieses Grundprinzip in den ersten Wochen der Pandemie in Luft aufgelöst zu haben:Hinterfragen der Maßnahmen als Knüppel?Zudem hätten die Nachrichtenredaktionen ohne Hinterfragung die Zahlen von Gesundheitsämtern, Landratsämtern und Landesregierung übernommen, die kritische Distanz sei verloren gegangen. Auch beim Verhängen des ersten Lockdowns sei die Kritik ausgeblieben. „Bei fast allen Journalisten des ‚Mainstreams‘, also der sogenannten ‚Leitmedien‘, schien augenblicklich eine Beißhemmung gegenüber der Politik und den Behörden einzusetzen, auch in meiner Redaktion.“Man habe sich um Regierung, RKI und Gesundheitsämter geschart, und die Einstellung schien zu sein, man dürfe ihnen in den Zeiten der Krise nicht noch zusätzlich Knüppel zwischen die Beine werfen, indem man ihre Maßnahmen hinterfragt. Auch in seiner Redaktion sei immer häufiger zu hören gewesen, die Regierung mache einen wirklich guten Job, Lockdown und Einschränkungen der Grundrechte seien notwendig und sicher nur vorübergehend. Skeptische Stimmen habe er hingegen kaum gehört. In TV-Interviews mit Politikern hätten hochgeschätzte Journalisten nur noch eifrig genickt und zugestimmt, wenn die Gesprächspartner ihre Forderungen unterbreiteten.

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