Das verbindende Element

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02-02-21 11:47:00,

„Wasser, Nahrung und Energie stehen allen kostenlos zur Verfügung, wenn wir nicht mehr den Gesetzen des Kapitals folgen, sondern der Logik der Natur“ — Dieter Duhm.

Am Beispiel des Wassers können wir viel über dynamischen und vitalen Frieden lernen. Es geht um das Wagnis, mit dem Lebendigen lebendig umzugehen. Es geht um die offenen Systeme, die entstehen, wenn wir uns auf das Leben einlassen. Die Versorgung mit diesem Lebensmittel ist auf dem gesunden Planeten nach dem Prinzip von Fülle und Großzügigkeit geregelt: Die kleinen — also lokalen — Regenwasserkreisläufe erreichen jede Region, füllen Erde, Quellen und Flüsse, nähren Pflanzen, Wälder, Tiere und Menschen auf ihrem Weg des vielfach wiederholten Abregnens, Einsickerns, Verdunstens. Festgehalten wird hier nichts. Wasser ist Bewegung. So frei will das Leben immer sein dürfen, auch in unserem eigenen Körper. Und wenn wir verstehen, mit dieser Freiheit zu kooperieren, dann reinigen, erfrischen, beleben wir uns und werden immer wieder neu.

Doch unsere moderne Welt hat einen anderen Weg eingeschlagen. Vor Jahren habe ich mit einer künstlerischen Protestgruppe einen Slogan auf Hauswände gemalt: „Sie haben mit den Flüssen dasselbe gemacht wie mit dem Eros.“ Was wir meinten: Sie haben ihren Müll in die Flüsse geschüttet, sie begradigt, in enge Kanäle gezwungen und vergiftet — und dann wundern sie sich, dass sie Probleme bekommen.

Was die erzwungene Sexualmoral mit dem Eros macht, das macht der Staudamm oder das betonierte Bett mit dem frei fließenden Fluss. Bei beiden kommt es zu Ausbrüchen der Zerstörung. Wilhelm Reich sagte: „Nicht der Fluss, der über die Ufer tritt, ist gewalttätig, sondern die Mauern, die ihn einengen.“

Mittlerweile erkennen immer mehr Menschen: Die meisten sogenannten Naturkatastrophen sind in Wirklichkeit menschengemacht. Überschwemmungen, Dürren, Waldbrand, Erosion und Wüstenbildung haben eine gemeinsame Ursache: die Störung der freien Wasserbewegung, den falschen Eingriff des Menschen in die Regenwasserkreisläufe durch falsche Beweidung, Waldzerstörung, Drainierung und Flächenversiegelung im großen Stil.

Die globale Wasserkrise entspricht der Unfähigkeit des modernen Menschen, mit dem Lebendigen lebendig umzugehen. Wasser ist laut UNO seit 2010 ein Menschenrecht — und wurde gleichzeitig von der Weltbank zur Ware gemacht, zur globalen Währung, zum „Blauen Gold“.

Die Welt wurde von den Wirtschaftsmächten aufgeteilt in wasserreiche und wasserarme Regionen, und der große Run auf die Quellen hat längst begonnen. „Wasserraub“ — die Privatisierung von Wasserrechten — ist ein Bombengeschäft,

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