Great Reset: Indiens Bauernproteste und Internetabschaltungen | www.konjunktion.info

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02-02-21 10:50:00,

2. Februar 2021

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Delhi-Indien - Bildquelle: Pixabay / Rhiannon; Pixabay License

Delhi-Indien – Bildquelle: Pixabay / Rhiannon; Pixabay License

Teil des “Großen Neustarts” ist nicht nur der gesellschaftliche und der ökonomische Umbau, sondern auch der der Lebensmittelproduktion. Die deutschen Bauernproteste sind aus meiner Sicht erste Ausläufer davon. Doch gleichzeitig dürfte den wenigsten Bauern selbst, geschweige denn den Konsumenten klar sein, was der “Große Neustart” für die Lebensmittelversorgung eines jeden von uns für Folgen haben wird. Parallel dazu nimmt die Zensur in den sozialen Medien weiter rasant zu, weil das Deutungsmonopol der Hochleistungspresse immer mehr wackelt. Zensur und Lebensmittelknappheit mögen auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Doch der zweite Blick zeigt genau das Gegenteil. Ein Schwenk nach Indien kann vielleicht dabei hilfreich sein. Denn dort sind die Proteste und eine ausufernde Zensur bereits weit größer und die Folgen des Umbaus, getarnt und eingefädelt durch die P(l)andemie, trifft die Bevölkerung schon heute weit härter.

Die Erstürmung des Roten Forts in Delhi am 26. Januar 2021 markierte eine Eskalation der Spannungen zwischen der indischen Regierung – angeführt von Premierminister Narendra Modi – und den Bauern, die seit August 2020 gegen die Agrarreformen protestieren.

Die Aufnahmen der Zusammenstöße zwischen den Bauern und der Polizei, die viral gingen, haben das Interesse an der Bauernbewegung in der ganzen Welt geweckt, sehr zum Unmut von Modi.

Die Behörden reagierten schnell auf die Ereignisse am Roten Fort – einem historischen Gebäude, das symbolisch für die indische Unabhängigkeit steht und sich im Herzen von Alt-Delhi befindet. Die Polizei von Delhi schaltete das Internet in der Stadt ab, wovon mehr als 52 Millionen Mobiltelefonteilnehmer betroffen waren. Die Abschaltung war angeblich im Interesse der öffentlichen Sicherheit, aber es ist auch die jüngste Episode in Indiens langjähriger Geschichte von hartnäckigen Internet-Razzien – eine Strategie, die immer wieder verwendet wird, um anschwellende Protestbewegungen zu unterdrücken.

Indiens Kontrolle über das Internet ist vergleichbar mit einigen der autoritärsten Länder der Welt. Während Indien in Bezug auf die Zahl der mobilen Internetnutzer weltweit an zweiter Stelle steht, ist das Land auch führend bei der Abschaltung der entsprechenden Systeme. Sie werden mit erschreckender Regelmäßigkeit eingesetzt, um Protestbewegungen zu unterbinden und – wie im Fall von Kaschmir, wo derzeit die längste Internetsperre der Welt durchgeführt wird – um ganze Bevölkerungsgruppen zu kontrollieren.

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