Sarah Wagenknecht kritisiert: Linksliberale „Haltung“ – Filterblase im realen Leben

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02-02-21 10:23:00,

Sarah Wagenknecht, ausgewiesene linke Politikerin, hat sich der „Welt“ gegenüber abschlägig über den heutigen Linksliberalismus geäußert. Grundproblem, so Wagenknecht, sei eine „bestimmte Haltung“. „Wer nicht für mich ist, ist kein Andersdenkender, sondern ein schlechter Mensch. Das ist ein typisches Herangehen des linksliberalen Milieus“. Und sie fährt fort, wer für Zuwanderungsbegrenzung sei, werde als Rassist bezeichnet.

Wer CO-2-Steuern ablehne oder kritisiere, werde als Klimaleugner bezeichnet. Schließlich sei, wer Schulen, Restaurants oder Fitnessstudios nicht schließen wolle oder als nicht richtig erachte, ein „Covidiot“. Eigentlich müsse der Linksliberalismus heute wegen seiner Intoleranz Linksilliberalismus heißen. Sie führt auf, dass 153 international bekannte Intellektuelle wie etwa Noam Chomsky in aller Öffentlichkeit davor gewarnt hätten, dass das „Meinungsspektrum (dadurch) immer weiter eingeengt würde.

Diese Haltung sei aus der neuen akademischen Mittelschicht in den Großstädten entstanden. Es handele sich dabei um ein vergleichsweise privilegiertes Milieu. Es lebe relativ abgeschottet und stelle eine Filterblase im realen Leben dar.

Leute nicht niedermachen

Sie forderte dazu auf, die Praxis der Moralisierung von Debatten zu beenden. Es ginge nicht, Leute niederzumachen. Alle, die keine Spaltung wie in den USA wollten, sollten die Fähigkeit zurückgewinnen, mit „Anstand und Respekt zu diskutieren“. Es müsse selbstverständlich sein, dass jemand, der bestimmte Meinungen nicht teile, damit noch lange kein Nazi sei, den es zu canceln gelte.

Sie sei der Ansicht, der öffentliche Diskurs in diesem Land wäre emotional aufgeheizt. Auf allen Seiten sei eine zunehmende Intoleranz spürbar.

Ob sich die Ansicht durchsetzen kann? Wohl kaum, so Kritiker. Denn zahlreiche Meinungen werden unter dem Deckmantel der Fake News-Deklaration inzwischen sogar weggesperrt. Insofern, so Kritiker, sei auch der Begriff des Linksliberalismus nicht ganz nachvollziehbar. Unter dem Strich mache sich bei dieser Art der Haltungsdurchsetzung eher ein totalitäres Verständnis der Deutung und der Durchsetzung der Deutung bemerkbar.

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