„Das Schachbrett des Teufels“. Oder: die Morde der CIA. Auch ein Markenzeichen der „freiheitlichen westlichen Demokratie“

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03-02-21 04:03:00,

Im Zusammenhang mit der Ablösung Trumps durch Biden ist die Qualität unserer westlichen Demokratien, dargestellt am Fall der USA, unentwegt gefeiert worden – im Interview Claus Klebers mit Barack Obama, in der Begrüßung Bidens durch den Bundespräsidenten, die Bundeskanzlerin und den deutschen Außenminister usw. Ich habe zur Ernüchterung und Erholung mit der Lektüre des Buches von David Talbot über Alan Dulles und den Aufstieg der CIA zur heimlichen US-Regierung begonnen. Der Westend Verlag hat den Prolog, eine Einführung in das Buch, als PDF zur Verfügung gestellt. Man begreift bei der Lektüre sehr viel besser, was mit „tiefem Staat“ gemeint ist. Wir werden mit Präsident Biden erleben, wie aktuell das alles ist. Dafür spricht seine Rolle als Vizepräsident wie auch das von ihm ausgewählte Personal für Führungsaufgaben. Albrecht Müller.

Der Prolog vermittelt einen guten Eindruck vom Inhalt des Buches und vom Charakter und den Machenschaften der CIA.

Für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser mit wenig Zeit sind hier ein paar Auszüge aus dem Prolog dokumentiert:

Später, als Bruder Allen Dulles während des Zweiten Weltkriegs auf dem europäischen Kontinent als oberster Geheimdienstler der USA operierte, ignorierte er unverfroren Präsident Roosevelts Politik der bedingungslosen Kapitulation der Achsenmächte und verfolgte seine eigene Strategie von Geheimverhandlungen mit SS und deutscher Wehrmacht.

Die gewaltigen Opfer, die das russische Volk im Krieg gegen Hitler brachte, bedeuteten Dulles wenig. Ihm war mehr daran gelegen, den Sicherheitsapparat des Dritten Reiches zu retten und ihn gegen die Sowjetunion zu wenden – die für ihn immer der wahre Feind Amerikas war.

Nach dem Krieg verhalf Dulles einer Reihe berüchtigter Kriegsverbrecher zur Flucht auf der sogenannten Rattinlinie, auf der Nazis von Deutschland nach Italien und von dort weiter in Zufluchtsorte in Lateinamerika, im Nahen Osten und sogar in den Vereinigten Staaten flohen. …

Über ein halbes Jahrhundert später bleiben viele Fragen über John F. Kennedys gewaltsames Ende »unaussprechlich«, wie es der Kennedy-Biograf James W. Douglass formuliert – zumindest in der sorgfältig kontrollierten Arena des medialen Diskurses. Es ist in diesen Kreisen sogar weniger denkbar, dem Verdacht nachzugehen, dass Allen Dulles selbst – ein überragender Pfeiler des amerikanischen Establishments – eine Rolle in dem ungeheuerlichen Verbrechen gegen die amerikanische Demokratie, das in Dallas geschah, gespielt haben könnte. Doch genau dies ist eines der vielen Tabus und einer der streng geheimen Bereiche von Dulles’ Leben,

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