Der Bärendienst

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03-02-21 04:39:00,

Gegenwärtig wissen wir — auch Virologen — folgende bedeutsamen Fakten noch nicht:

Wie viele Viren atmet ein Erkrankter, abhängig von der Schwere seiner Erkrankung, pro Zeiteinheit aus? Dies wäre eine besonders interessante Kennzahl, da davon die Effizienz nahezu aller Maßnahmen abhängt. Und wie viele Viren muss eine Person aufnehmen, um zu erkranken? Diese Zahl ist noch nicht einmal in menschlicher epithelialer Zellkultur bestimmt worden. Für die meisten vergleichbaren Viren ist eine Belastungszahl von 1.200 Viren pro Kultur anzunehmen, die genaue Zahl für SARS-CoV-2 ist nicht bekannt.

Ferner ist unbekannt, wie viele Viren eine infizierte Zelle produziert? Auch hier gibt es nur Vergleichszahlen mit ähnlichen Viren, die von einer Produktion von etwa 10.000 bis 14.000 Viren pro Zelle ausgehen, die genaue Zahl für SARS-CoV-2 ist nicht bekannt.

Wie viele Zellen verliert also ein Erkrankter, abhängig von der Schwere seiner Erkrankung, pro Tag?

In welcher Zeit nach Eindringen der Viren in die Zellen durch Endozytose und wie effektiv die zelleigene RNA- und damit Proteinproduktion unterdrückt wird, ist in keiner Fachpublikation besprochen. Das ist wichtig, um beurteilen zu können, ob und wie schnell die MHC-Produktion, eines wichtigen Teils der Immunantwort, unterdrückt wird und damit die unspezifische zelluläre Antwort aktiviert wird.

Auch die Überlebenszeit reproduktiver Viren auf verschiedenen Materialien sind nicht nach einem einheitlichen, stringenten Protokoll bestimmt worden. In den meisten publizierten Studien werden nur Virusbestandteile bestimmt, diese jedoch nicht auf ihre Reproduktionsfähigkeit hin überprüft.

Wenn sich eine Mutante gegen verwandte Viren besser durchsetzt, so hat das keine Bedeutung für ihren Grad an Ansteckung, sondern nur für eine bessere intravirale Kompetition, denn die Viren und ihre Mutanten kommen ja oft in derselben Zelle vor.

Wie man bei einer derartigen Datenlage bezüglich der „Englischen Mutante“ von einer „70 Prozent ansteckenderen Variante“ reden kann, erschließt sich uns nicht. Ansteckender, weil es schneller wächst, weil schon eine geringere Dosis ansteckend ist oder weil es an einem Genprodukt mutiert ist, das eine dieser Wirkungen haben könnte?

Immunologische Aspekte wie die Bildungsfähigkeit von spezifischen T-Zellen zur Abwehr infizierter Zellen sind ebenfalls nur oberflächlich aufgrund von Vergleichen mit anderen Viren möglich. Aus den Nebenwirkungen der Impfung lässt sich zudem auf leichte Abweichungen in der Aktivierung des Komplementsystems schließen, aber auch hier stehen entsprechende Arbeiten noch aus.

Die Angaben zur „Inkubationszeit“ sind bestenfalls geraten.

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