Künstler und Corona-Kritik: Wo seid ihr alle hin?

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04-02-21 08:50:00,

Zahlreiche Künstler schweigen zu den aktuellen Vorgängen – im besten Fall: Viele Kulturschaffende unterstützen sogar die destruktiven Lockdown-Thesen von „Zero Covid“. Das ist die Fortsetzung eines bekannten Phänomens: Die Ignoranz der sozialen Fragen durch Teile des Kulturbetriebs. Von Tobias Riegel.

Sprachlosigkeit ist ein zentrales Merkmal der aktuellen Zeit. Das Schweigen vieler Künstler bei der Kritik an der Corona-Politik verstärkt das ohnehin verbreitete Gefühl der Verlassenheit bei vielen Bürgern: Ausnahmen bestätigen die Regel, aber viele Parlamentarier und Redakteure sind bereits verstummt, wenn es um grundsätzliche Kritik an der Corona-Politik geht. Und die Kulturszene gesellt sich weitgehend dazu – wenn es nicht um die (berechtigte) Forderung nach finanzieller Hilfe für die eigene Branche geht.

„Solidarischer Lockdown“ – Künstler auf Irrwegen

Prominente Künstler sind nicht grundsätzlich berufen, die Politik zu erklären. Prominenz allein verleiht noch keinen Weitblick und keine Weisheit – Ausnahmen bestätigen die Regel. Künstler sind auch nicht grundsätzlich aufgefordert, sich öffentlich politisch zu positionieren: Die Wahl einer weltabgewandten und vor allem der Kreativität verpflichteten Künstler-Existenz wäre zu akzeptieren.

Dem stehen aber zwei Entwicklungen entgegen: Zum einen hat man sich trotz der genannten Einschränkungen daran gewöhnt, dass sich bekannte Film- oder Popstars in wohlklingenden Sätzen regelmäßig zur Weltlage äußern. Dieses Phänomen ist aber seit Corona erheblich abgeschwächt – zumindest wenn es um konkrete Kritik an der deutschen Lockdown-Politik geht, die über berechtigte Eigeninteressen hinausgeht.

Zum anderen begnügen sich viele Kulturschaffende nicht mit einem Schweigen, sondern fordern gar eine Verschärfung der auf fragwürdiger Datenbasis ausgerufenen Lockdown-Politik. So befinden sich unter den Erstunterzeichnern bei der extrem fragwürdigen Initiative „Zero Covid“ auch viele prominente bildende Künstler, Autoren oder Filmemacher. Die sich hinter der Phrase von einem „solidarischen Lockdown“ verbergenden sozialen Verwerfungen werden nicht angemessen in den Blick genommen.

„Kabarettisten“ als Verleumder der Corona-Kritiker

Neben den sich bis Corona eher allgemein und wohlgefällig zur Politik äußernden Künstlern gibt es die Vertreter, die sich selber wohl explizit als „politisch“ und als „unbequem“ einordnen würden. Aber auch im Bereich dessen, was früher politisches Kabarett genannt wurde, gibt es eine Entwicklung zur Comedy-Agitation: „Heute Show“ und „Extra Drei“ gehören zu den härtesten Verleumdern der Corona-Kritiker und der „undisziplinierten“ Bürger und verhalten sich über weite Strecken wie treue Verteidiger der Lockdown-Strategie der Regierung. Und während seriösen kritischen Künstlern mutmaßlich die großen Bühnen verwehrt werden,

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