Lyrik, Gender, Tyrannei

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06-02-21 12:48:00,

Im ersten Beitrag stellen wir Rudolph Bauers Gedichtband „Zur Unzeit, gegeigt“ vor — eine poetische Veröffentlichung mit politischer Lyrik und Bildmontagen. Helena Graf beleuchtet die Ideologie des Genderismus in ihrem Buch „Schlüsselgewalt“, das sie ebenfalls selber vorstellt, und Daniel Sandmann von der Literaturredaktion verweist auf ein schon vor etlicher Zeit aufgelegtes politisch-philosophisches Werk von Guido Giacomo Preparata, dem nicht zuletzt angesichts des Versagens der Linken bei Corona eine aktuelle Bedeutung zukommt. Die Literaturredaktion versteht die drei Texte als Debattenbeiträge unterschiedlichster Ausprägung.

Rudolph Bauers Gedichte sind keine Sonntagsreden. Es sind politische Gedichte mit Kanten und Rissen, Wunden und Schorf. Durch die Verbindung des Heute mit der Vergangenheit entsteht ein sprachlich dichtes Panorama aus geschichtlichem Erinnern und scharfsichtiger Kritik der Gegenwart: immer in der Hoffnung auf ein neues Morgenrot in Freiheit, Frieden und Menschlichkeit. Die Gedichte sind der Aufklärung verpflichtet, dem Humanismus, einer Utopie. Zu solcher Dichtung hatte und hat die kulturelle Elite in Deutschland ein problematisches, oft sogar ein kategorisch ablehnendes Verhältnis. Dennoch gibt es auch in Deutschland eine lange Tradition politischer Literatur, die bis in das Mittelalter zurückreicht.

Das Gender-Buch eröffnet eine Debatte, die insofern bedeutsam ist, als Genderismus eines der Vorzeigeprojekte des neoliberal-globalen Kapitals ist. In ihm finden sedative Funktionen — Abzug der Kritik von den Zentren der Macht — wie ideologische Funktionen — Genderismus als Etappe hin zum Transhumansimus — zusammen. Dabei sind emanzipative Anliegen des Feminismus der 60er und 70er mit seiner oft utopischen Ausrichtung geradezu pervertiert worden. Die Kritik an der Gender-Ideologie erfolgte recht früh deshalb auch aus feministischen Kreisen. Das Buch, das wir hier vorstellen, setzt die Akzente anders und beleuchtet Genderismus aus einer klassisch-konservativen Perspektive.

Mit gängigen Kategorien kaum einzuordnen ist die Position, aus der heraus versucht wird, die Tyrannei der US-amerikanischen Politik herzuleiten. Der US-Amerikaner und gebürtige Italiener Preparata ist spätestens seit seinem Buch „Conjuring Hitler“ (deutsch: Wer Hitler mächtig machte) als mutiger Denker und Forscher mittlerweile einem größeren Kreis bekannt. Die Politik der Neocons wie die Gleichschaltung der Intellektuellen im transatlantischen Raum sind laut ihm nicht aus heiterem Himmel gefallen. Das Buch versucht eine umfassende, anspruchsvolle und auf Widerspruch angelegte Herleitung des Geisteszerfalls in der amerikanisch-westlichen Welt mit speziellem Fokus auf dem Zerfall der Linken.

Der Gedichtband „Zur Unzeit, gegeigt“ von Rudolph Bauer gehört zur Kategorie Politische Lyrik. Diese knüpft an bei Vorläufern wie Heinrich Heine und Kurt Tucholsky,

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