Uncle Sams Hinterhof

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06-02-21 12:48:00,

von Max Blumenthal

Max Blumenthal (MB): Herr Präsident, vielen Dank für diese Gelegenheit, hier in Caracas mit Ihnen zu sprechen. Sie hatten wahrscheinlich einen längeren Weg hierhin als ich. Sie sind von Europa aus angereist, wo Sie jetzt leben. Warum war es so wichtig, zu diesen Wahlen nach Venezuela zu kommen?

Rafael Correa (RC): Danke für das Interview. In Wirklichkeit war ich in Mexiko. Ich musste dorthin, um an einigen Treffen teilzunehmen. Ich habe den Trip ein bisschen ausgedehnt, denn, zurück in Belgien, hätte ich sofort in Quarantäne gemusst, und hätte danach auch nicht mehr ausreisen können. Deshalb kam ich von Mexiko direkt hierhin.

Aber auch von Belgien aus wäre ich höchstwahrscheinlich direkt angereist, denn Venezuela ist mir extrem wichtig, das gilt auch für seine Wahlen. Es gibt da eine ganze Reihe von Mythen, Lügen und Unwahrheiten. Deshalb will ich Europa und die Welt informieren, was wirklich in Venezuela vor sich geht.

Sie erwähnten einige der Lügen, die über Venezuela erzählt werden, einige der Täuschungen in den Medien. Wir haben kürzlich berichtet, wie das Wall Street Journal und der US-Kongress Diosdado Cabello, einem der wichtigsten Politiker hier, Kommentare in den Mund gelegt haben, dass er drohte, den Venezolanern Lebensmittel vorzuenthalten, wenn sie nicht wählen wollten. Eine Riesenlüge. Was halten Sie für die größten Lügen über Venezuela, mit denen Sie konfrontiert sind? Und warum war es so wichtig, hierher zu kommen und die Wahl zu beobachten?

Es ist wichtig, internationale Beobachter zu haben als Zeugen. Dabei sind die Wahlen in Venezuela sogar richtig langweilig. Weil alles wie am Schnürchen läuft. Es herrscht Ruhe. Weil die Abstimmungsmethode so effizient ist.

Die Stimmabgabe dauerte 20 Sekunden, was im Kontext der Pandemie günstig ist. Außer der Pandemie gibt es noch den Kraftstoffmangel, Stromausfälle und sogar Transportstreiks in einigen Bundesstaaten.

Deshalb ist es nötig, der Welt zu sagen, dass es hier Wahlen gibt wie in jedem anderen Land. Die Wahlen, die die Regierung vor fünf Jahren verlor, wurden damals anerkannt. Aber jetzt, wo sie wussten, wo Teile der Opposition wussten, dass sie verlieren würden, wollten sie die Wahlen boykottieren. Und deshalb werden sie jetzt von den westlichen Ländern nicht anerkannt.

Soviel zum Thema Doppelmoral. Deshalb ist es wichtig,

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