RobinHood & Co. – die letzten Stützen des Systems | Von Ernst Wolff | KenFM.de

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08-02-21 11:07:00,

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Das globale Finanzsystem gleicht seit Jahren einem Drogensüchtigen, der auf der Intensivstation liegt und nur durch immer höhere Dosen eines Suchtmittels am Leben erhalten werden kann. Bei dem Suchtmittel handelt es sich um Zentralbankgeld, das seit dem Beinahe-Zusammenbruch von 2007/08 in riesigen Mengen aus dem Nichts erzeugt wird.

Dieses Geld wird aber nicht etwa gleichmäßig an die Bevölkerung verteilt, sondern fließt zum überwiegenden Teil in die Taschen der großen Finanz- und Digitalkonzerne, die es umgehend dazu benutzen, die Märkte zum eigenen Vorteil zu manipulieren. Die Folge ist eine ständig zunehmende Verschärfung der ohnehin hohen sozialen Ungleichheit.

Dieser Prozess ist im vergangenen Jahr auf Grund der Lockdowns extrem beschleunigt worden. Noch nie ist die Schere zwischen Arm und Reich weltweit in so kurzer Zeit so stark auseinandergegangen wie 2020. Für die Verantwortlichen hat das unangenehme Folgen, denn immer mehr Menschen sind nicht länger bereit, diese Entwicklung widerspruchslos hinzunehmen.

Aus diesem Grund suchen sowohl der digital-finanzielle Komplex als auch die Politik händeringend nach Möglichkeiten, die Finanzmärkte auch weiterhin zu befeuern, ohne das Geld in so offener Weise wie bisher an diejenigen zu vergeben, die ohnehin am meisten davon besitzen.

Wie in der letzten Woche zu sehen war, haben sie in der jüngeren Vergangenheit Verbündete gefunden, die ihnen nicht nur helfen, künstlich erzeugtes Geld ins System einzuspeisen, sondern auch noch dazu beitragen, die höchst ungerechte Verteilung des Geldes zu verschleiern. Hierbei handelt es sich um Trading-Plattformen wie RobinHood, WallStreetBets oder Trade Republic.

Sie alle gaukeln ihren Usern vor, zugunsten des kleinen Mannes gegen das große Geld zu Felde zu ziehen und so für demokratischere Verhältnisse im Finanzsektor zu kämpfen. Tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall: Sie arbeiten hinter den Kulissen mit ihren vermeintlichen Gegnern zusammen, und zwar auf folgende Weise: Sie traden nicht selber, sondern vermitteln die Aufträge ihrer User gegen Bezahlung an Hedgefonds, die die Aufträge für sie erledigen und dabei an der Differenz von Ankauf- und Verkaufspreis verdienen. Aber nicht nur das: Da diese Hedgefonds gleichzeitig selber spekulieren, liefern RobinHood und Co. ihnen mit den Daten ihrer Plattform-User wichtige Hinweise auf ihre Konkurrenten, die für deren Strategie Gold wert sind.

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