Ecuador – Andrés Arauz‘ Triumph in erster Wahlrunde signalisiert das Ende des Desasters Lenin Morenos

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10-02-21 07:54:00,

Ecuador – Wiege von Alexander von Humboldts Ansichten der Natur, Chimborazo-Besteigung und Erforschung der planetarischen Geographie der Pflanzen. Seltene Naturpracht unter den Nationen, darunter auch die urweltlichen Galápagos-Inseln. Eine Anden-Szenerie, die jährlich tausende deutsche Fernreisende und Wissenschafts-Touristen anzieht. Ein Bericht von unserem Südamerika-Korrespondenten Frederico Füllgraf.

Im 283.560 Quadratkilometer großen, 17 Millionen Einwohner und 13 Millionen Wählerinnen und Wähler zählenden Andenland fanden am vergangenen Sonntag, dem 7. Februar, allgemeine Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Doch man darf staunen: Für die Wahl des Regierungschefs bewarben sich 16 Kandidaten, von denen indessen nur drei ernst zu nehmen waren: der progressive Wirtschaftswissenschaftler Andrés Arauz, der ultrakonservative Bankier Guillermo Lasso und der Indigenenführer Yaku Pérez. Mit Ansteckungsgefahr mitten in der Covid-19-Pandemie und einzelnen Tumulten wegen langer Warteschlangen vor den Wahllokalen erfreute die Stimmabgabe sich einer mehr als 60-prozentigen Wahlbeteiligung und wurde von rund 3.000 einheimischen und internationalen Wahlbeobachtern – darunter die konservative Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) – verfolgt.

Die Erwartungen wurden bestätigt: Arauz, der gerade einmal 35-jährige Ökonom und mehrfache Ex-Minister in der Regierung Rafael Correa (2007-2017) ging als Sieger der Präsidentschaftswahl hervor. Wählerumfragen beim Verlassen der Wahllokale hatten dem progressiven Kandidaten noch am späten Nachmittag rund 36 Prozent der Stimmen zugebilligt, doch nach der Stunden später einsetzenden Schnellzählung, die das Zwischenergebnis von rund 75 Prozent der landesweiten Wahllokale bündelte, verkündete die ecuadorianische Wahlbehörde CNE das offizielle Ergebnis. Mit 31,5 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann Arauz zwar die Wahl, doch fehlten ihm weitere 8,5 Prozent, um mit 40 Prozent und einem zehnprozentigen Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten als Präsident in der ersten Wahlrunde bestätigt zu werden. Arauz muss sich folglich einer Stichwahl stellen, die für den 11. April terminiert ist. Doch wer von seinen beiden Rivalen der Herausforderer sein wird, steht noch nicht fest, denn Yaku Pérez (20,04 Prozent) hängte überraschenderweise den mächtigen Guillermo Lasso (19,97 Prozent) vorerst ab. Die minimale Differenz von 0,7 Prozent könnte nach Auszählung der restlichen 25 Prozent der Stimmen wachsen und einen von beiden ausschließen.

Das entscheidende Signal ist allerdings die Neubelebung des „Correismus“, womit die Ära Rafael Correa mit ihrer innen- und außenpolitischen Stärkung der nationalstaatlichen Souveränität und der sozialdemokratisch geprägten Umverteilungspolitik gemeint ist, die bereits 2017 mehrfach Thema der NachDenkSeiten, insbesondere im Abschnitt Ecuadors ´Bürger-Revolution´ in Zahlen, war. Die Wiederbelebung der nach Correas Auswanderung nach Belgien im Jahr 2018 geschwächten Linken Ecuadors bedeutet zugleich eine klare politische Abrechnung mit dem einstigen Günstling des Ex-Präsidenten,

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