Die Pseudo-Inklusion

die-pseudo-inklusion

11-02-21 11:36:00,

2012 musste das buntberüchtigte Berliner Kunsthaus Tacheles dichtmachen. Die Betreiber und Bestreiter verloren das übliche Spiel gegen einen Haufen kapitalstarker Anleger. Die Politik zeigte die übliche kalte Schulter, die Polizei gehorchte einfach dem Befehl, wenn es um den Erhalt kreativer und vor allem unkontrollierbarer Frei- beziehungsweise Lebensräume geht.

Schon damals dachte ich, warum verlieren wir mehr und mehr Raum für die Kunst, das Leben und den ganzen Rest? Mich erinnerte diese Entwicklung an dieses unheimliche, sich unaufhaltsam ausbreitende Nichts des Kinderromans „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

2021 sitze ich in meinem Büro und erlebe, wie eine Vielfalt an Lebensräumen von einer verrückten Politik und einer festgefahrenen Wissenschaft, quasi über Nacht, verschlossen und verriegelt wird. Selbst ein zwangloser Spaziergang in die nächstgelegene Ortschaft kann zu einer Herausforderung werden. Je nachdem, was die lokalen Corona-Auflagen vorschreiben.

Während die Anzahl der glücklichen Freilandhühner steigt, hocken wir wie Käfighühner in unseren Zellen mit Fernwärme und trauen uns noch nicht einmal, laut zu gackern. Das tun wir nicht, weil sonst der Staatshahn vor unserer Tür steht und auf uns herumhackt.

Kürzlich twitterte Heiko Maas, der smarte Außenminister, ungezwungen folgenden Textbaustein: „Es ist noch nicht abschließend geklärt, inwiefern Geimpfte andere infizieren können. Was aber klar ist: Ein Geimpfter nimmt niemandem mehr ein Beatmungsgerät weg. Damit fällt mindestens ein zentraler Grund für die Einschränkung der Grundrechte weg.“ Von seiner höllischen Bösartigkeit abgesehen, sagt er Folgendes:

Geht es nach Maas, so dürfen nur noch geimpfte Menschen bestimmte Räume betreten. Er spricht von Kinos und Restaurants. Aber im Grunde meint er jeden Raum.

Wahrscheinlich bekommt Heiko bereits Erstickungsanfälle beim bloßen Gedanken, mit einem Ungeimpften in einem Zimmer zu sitzen.

Zugegeben, völlig frei und ungehindert konnten wir uns noch nie von Raum zu Raum bewegen. Schon häufig sahen wir uns Türstehern gegenübergestellt. Coolen Gestalten, mit kräftigen Oberarmen, die Geld, die richtigen Klamotten oder das entsprechende Auftreten sehen wollten. Und waren wir außerstande, ihren Wünschen zu entsprechen, blieben wir kurzerhand vor der Tür stehen. Konnten fluchen, konnten spucken, rein kamen wir jedenfalls nicht.

Vereinfacht könnte man sagen, dass wir schon immer damit leben mussten, nicht auf jeder Party tanzen zu dürfen. Allerdings hat sich der Umstand jetzt auf ein unerträgliches Maß hinaufgeschraubt. Und Partys wurden kurzerhand verboten.

Die Liste der Kriterien, anhand derer bestimmt wird,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: