Kalte Kriegerin

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11-02-21 01:44:00,

von Gary Leupp

Am 5. Januar kündete Joe Biden die Nominierung von Victoria („Fuck the EU“) Nuland zur stellvertretenden Außenministerin für politische Angelegenheiten an. Diese Ankündigung könnte die Wiederaufnahme der Konfrontation mit Russland signalisieren, die während der Präsidentschaft Donald Trumps eine Zwangspause eingelegt hat.

Vier Jahre lang haben die Demokraten Trump für das „Verhätscheln“ von Putin an den Pranger gestellt, obwohl Trump in Wirklichkeit Sanktionen gegen Russland aufgetürmt hat (1), die die Beziehungen auf ihren tiefsten Punkt seit Beginn des Kalten Krieges gebracht haben. Jetzt wollen sie noch schärfere Maßnahmen gegen Russland. Sie wollen, dass ihr Präsident, als oberster Befehlshaber der exzeptionellen Nation und Führer der Freien Welt gegen ihre Feinde, uns zur Obama-Clinton-Normalität zurückführt. Das bedeutet, mit Russland „härter“ umzugehen. Aber was bedeutet „härter“?

Nuland ist hervorragend qualifiziert für die Aufgabe, alles noch viel schlimmer zu machen, bis hin zum Krieg mit der anderen Supermacht, die zwar keine Militärbasen im Ausland unterhält und nur einen Bruchteil vom Budget der NATO für Verteidigung ausgibt, dafür aber mehr als 6.000 Atomsprengköpfe besitzt.

Erinnern Sie sich? Die USA entwickelten Atomwaffen und setzten sie 1945 ein — als bisher einziges Land. Die Sowjets entwickelten 1949 ihre eigene Bombe — als Akt der Selbstverteidigung. Zu diesem Zeitpunkt etablierte Harry S. Truman die NATO als antisowjetisches und antikommunistisches Militärbündnis.

Moskau empfindet ein wachsendes Ressentiment angesichts der Expansion eines feindlichen Militärbündnisses, das im Kalten Krieg unter längst nicht mehr aktuellen Bedingungen gegründet wurde, mit dem Ziel der Einkreisung Russlands.

Ist das so schwer zu verstehen? Wie würde der Kongress auf das allmähliche Wachstum einer russisch geführten Militärallianz reagieren, die ihre Mitglieder zu 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts BIP für Rüstungsausgaben verpflichtet, und die Mexiko, Kuba, Nicaragua, Venezuela, Panama und nächstes Jahr vielleicht auch noch Kanada umfasst?

Nuland ist eine Karrierefunktionärin, die unter mehreren Administrationen gedient hat und für überparteilichen Imperialismus steht. Schon unter Bill Clinton war sie „stellvertretende Direktorin für Angelegenheiten der ehemaligen Sowjetrepubliken“. Ihre Aufgabe war es, das durch die Implosion der Sowjetunion verursachte Leiden nutzbar zu machen, um die US-Hegemonie in Eurasien unter Einsatz der traditionellen Mischung verdeckter Operationen zu verstärken. Dazu gehören Einmischungen seitens der National Endowment for Democracy (NED, Nationale Stiftung für Demokratie), Farbrevolutionen, Versprechungen finanzieller Hilfe et cetera.

In jener Zeit brach Clinton das 1989 von den USA an Moskau gegebene Versprechen,

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