Wir sind enttäuscht

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11-02-21 11:28:00,

Die Beschlüsse von gestern zeigen: die politisch Entscheidenden im Bundeskanzleramt und in den Landesregierungen nehmen die menschlichen und sozialen und wirtschaftlichen Folgen ihrer Lockdown-Entscheidungen immer noch nicht ernst. Nach wie vor sind die willkürlichen Inzidenzwerte ihre einzige Zielgröße. Anstatt die Risikogruppen gezielt zu schützen, wird lieber das ganze Land stillgelegt – und das für mindestens vier weitere Wochen. Massive soziale, psychische, ökonomische und auch gesundheitliche Kollateralschäden werden dabei billigend in Kauf genommen. Dabei fällt auf, dass Politik und Medien ein Verhältnis unerträglicher Kumpanei eingegangen sind. Die gestrigen Beschlüsse werden nicht kritisch hinterfragt, es werden, vermutlich im Blick auf die kommenden Bundestagswahlen, Politikerinnen und Politiker von CDU und CSU hofiert. Von Albrecht Müller und Jens Berger.

So gestern Abend im Heute Journal und heute früh im Deutschlandfunk wieder einmal Markus Söder. Und Angela Merkel im Plauderton. Kritisches Nachhaken unterbleibt, ein Hinterfragen der gesamten Corona-Politik findet noch nicht einmal im Ansatz statt. Stattdessen übernimmt man die offizielle Sprachregelung und serviert Söder und Merkel genau die Fragen auf dem Silbertablett, die diese dann mit vorbereitet klingenden Phrasen beantworten können.
Zu den Manipulationsschritten im Einzelnen; zum Beispiel Söder im Heute Journal:

  1. Wir haben Erfolg und dieser bisherige Erfolg ist das Ergebnis unserer Politik.
  2. Aber wir dürfen diesen Erfolg nicht gefährden.
  3. Es drohen nämlich neue Gefahren von der Mutation.
  4. Wir halten uns an die Inzidenzwerte. Die Maßzahl haben wir von 50 auf 35 verschärft usw.

Bei der Behauptung von 1 könnte man mit Recht fragen, wann denn der Erfolg sichtbar geworden ist. Hat er etwas mit der Politik zu tun? Und wenn ja, welche Maßnahmen haben denn konkret dazu beigetragen? Waren es zum Beispiel eher die Abstandsregeln oder der Lockdown, der unser ganzes menschliches und soziales Zusammenleben beschädigt?

Zu Ziffer 2 und 3 kann man nur sagen, dass hier die typische Manipulationsmethode angewandt wird: B sagen und A meinen. Man behauptet mit B, es droht ein neues Virus und das gefährdet die positive Entwicklung. Damit transportiert man, dass die bisherige Politik erfolgreich gewesen sei. Der Erfolg wird dabei als gegeben angenommen, die Nachteile und Kollateralschäden ignoriert. Auch die Gefährdung durch die Mutation wird weder relativiert noch hinterfragt. Man folgt vielmehr 1:1 der Sprachregelung der Regierung und der von ihr bestellten Experten.

Zu 4: Die Inzidenzwerte sind über weite Strecken willkürlich.

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