Der Börsenkrieg

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13-02-21 02:16:00,

„Wenn die Börsenkurse fallen, regt sich Kummer fast bei allen…“ So beginnt ein Gedicht von Richard G. Kerschhofer. Er nimmt Stellung zu Leerverkäufen, aber auch Spekulationen, die die große Weltwirtschaftskrise ausgelöst hatten und letztlich Ursache für das Erstarken der Nationalsozialisten war. Beschrieben wird ebenfalls die Konsequenz. Sie besteht darin, dass ein „bisschen Krieg“ gemacht wird, sollten sich die Massen das nicht mehr gefallen lassen (1).

Rot-Grün unter Kanzler Gerhard Schröder (1998-2005) entließ den Finanzmarkt weitgehend aus der Aufsicht der Bundesbank. Man nannte es Liberalisierung und ermöglichte Hedgefonds und ungezügelte Spekulationen. Um das Jahr 2000 waren Voraussetzungen und Folgen der wesentlich durch Spekulationen ausgelösten Wirtschaftskrise 1929/32 bereits Geschichte. Die Ursachen für Nationalsozialismus, Diktatur und Krieg waren somit offensichtlich schon vergessen.

Wie der Blitz aus heiterem Himmel zeigt die Realität der gegenwärtigen globalen Finanzwelt, dass Krieg und Zerstörung auch derzeit Risiken des Finanzkapitalismus sind.

Unsere angeblich so freien Medien schweigen zum Beispiel darüber, dass die Entfesselung des Finanzkapitalismus eine Kette von faktischen Enteignungen durch Spekulationen ausgelöst hat.

Welche wahrhaft perversen Konstellationen dadurch möglich werden, haben die aktuellen Shortseller Aktionen gezeigt. Hedgefonds leihen sich mit Cent-Beträgen Aktien. Die geliehenen Aktien werden verkauft, sogenannte Leerverkäufe, um im Rahmen von Termingeschäften wieder gekauft zu werden (aus dem Kerschhofer Gedicht: „Keck verhökern diese Knaben, Dinge, die sie gar nicht haben,…“)

Damit werden Kurse von Aktiengesellschaften ins Minus getrieben, weil es rechtlich möglich ist, geliehene Aktien (Stichwort: Leergeschäfte) zu verkaufen. Mit relativ geringen Beträgen kann man so relativ große Aktientransaktionen vornehmen. Beispiel: Bei der Spekulation gegen GameStop hatten die Shortseller sagenhafte 140 Prozent der GameStop-Aktien leerverkauft — also mehr Aktien, als überhaupt existierten (2).

Mit diesen und ähnlichen Transaktionen treiben die Spekulanten (Shortseller) die Kurse nach unten und zwingen Kleinanleger zu verlustreichen Verkäufen. Viele geraten in eine Schuldenfalle und müssen Häuser und Wohnungen verkaufen. Die Hedgefonds dagegen kaufen nun billig zu den gefallenen Kursen auf. Sie wickeln das Ausgangsgeschäft preiswert ab und machen Profit, der sich zu Milliarden addiert.

Der einzige Sinn von Geschäften dieser Art besteht darin, durch die Manipulation von Aktienkursen Kleinanleger abzuzocken. Das ist die sogenannte Freiheit der Märkte, die zum Beispiel in Deutschland und Europa durch Rot-Grün ermöglicht wurde. Es ist deshalb nicht weiter erstaunlich, dass selbst die Krise 2008/09, die durch Spekulationen verursacht wurde,

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