Leicht zu entlarvende Lügen im Spiegel: Weiterer Oppositioneller vom russischen Geheimdienst vergiftet? | Anti-Spiegel

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13-02-21 08:13:00,

Am Donnerstag hat der Spiegel gemeldet, Russland habe einen weiteren Oppositionellen vergiftet und viele Medien haben die Meldung übernommen. Worum es dabei geht und warum das eine leicht überprüfbare Lüge ist.

Der Spiegel hat über einen Mann berichtet, der in Deutschland weitgehend unbekannt ist. Es geht um Wladimir Kara-Mursa, einen russischen Oppositionellen, den auch in Russland kaum jemand kennt. Er hatte 2015 und 2017 akute gesundheitliche Probleme und selbst von Vergiftungen gesprochen. Die Geschichte an sich ist also ein alter Hut und wir gehen darauf gleich näher ein.

Der Spiegel hat nun unter der Überschrift “Oppositioneller Wladimir Kara-Mursa – Russischer Geheimdienst vergiftete offenbar weiteren Kremlkritiker” unter anderem geschrieben:

“Die Recherchen des SPIEGEL und seiner Partner zeigen nun, dass Kara-Mursa womöglich gleich zweimal durch Agenten des Kremls vergiftet wurde.”

Auch den Spiegel-Artikel und vor allem die “Partner” des Spiegel schauen wir uns gleich an. Aber der Reihe nach. Wer ist Wladimir Kara-Mursa?

Kara-Mursa ist ein russischer Oppositioneller aus der zweiten oder dritten Reihe. Er kommt aus dem Umfeld des 2015 erschossenen Boris Nemzow.

Boris Nemzow war – entgegen der Behauptungen westlicher Medien – kein bedeutender Oppositioneller. Er war in den 1990ern Vize-Ministerpräsident unter Jelzin und wird von den Russen mit den 90er Jahren in Verbindung gebracht, als in Russland Anarchie, die Mafia und bittere Armut herrschten und die Oligarchen sich am Staatsvermögen bereichert haben. In der Zeit ist auch Nemzow Millionär geworden.

Leute aus der Jelzin-Zeit sind für Russen keine attraktiven politischen Kandidaten. Trotz seiner Berühmtheit konnte Nemzow nicht mehr erreichen, als als Abgeordneter in das Regionalparlament von Jaroslawl gewählt zu werden. Wenn die westlichen Medien ihn seinerzeit als Konkurrenten von Putin bezeichnet haben, wäre das so, als wenn man irgendeinen Hinterbänkler im Landtag des Saarlandes als Konkurrenten von Merkel bezeichnen würde. Nemzow war in Russland in der Bedeutungslosigkeit verschwunden, er war sicher niemand, der eine Konkurrenz für Putin dargestellt hätte und seine Ermordung hat dem Kreml viel schlechte Presse eingebracht. Lebend wäre er Putin sicher lieber gewesen.

Kara-Mursa war sowohl Mitarbeiter und Weggefährte von Nemzow, als auch von Chodorkowski. Nemzow und Chodorkowski kannten sich seit den 90er Jahren. Kara-Mursa war seit 2014 auch Mitarbeiter der Open-Russia-Foundation des rechtskräftig verurteilten Betrügers Chodorkowski.

2015 wurde Kara-Mursa plötzlich schlecht und er wurde mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht.

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