Spätes Echo

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13-02-21 02:15:00,

Am 27. November 2020 reichte ein internationales Konsortium von 22 Wissenschaftlern bei der europäischen Fachzeitschrift für öffentliche Gesundheit Eurosurveillance einen Antrag auf Rücknahme des viel zitierten Corman-Drosten-Papiers ein, welches im Januar 2020 veröffentlicht worden war und welches das erste Protokoll zum Nachweis des SARS-CoV-2-Virus mit einem Echtzeit-Polymerase-Kettenreaktionstest (PCR) enthielt. In ihrer Arbeit mit dem Titel „Corman-Drosten-Review-Report“ weisen die Gutachter auf zehn schwerwiegende Fehler im besagten Papier hin, die den PCR-Test laut ihrer Aussage zu einem „ungeeigneten Diagnosewerkzeug zur Identifikation des SARS-CoV-2-Virus“ machen.

Einige Kritikpunkte an der Arbeit des Teams um Professor Christian Drosten lauten unter anderem, dass der Test nicht zwischen Virus und Virusfragment unterscheide, dass die Corman-Drosten-Studie kein ordnungsgemäßes Peer-Review-Verfahren durchlaufen habe und dass es massive Interessenskonflikte aufseiten der Autoren der Studie gebe.

Der Corman-Drosten-Review-Report stieß insbesondere in den deutsch- und englischsprachigen Alternativmedien auf großes Interesse, wo er seither rege diskutiert wird. In den etablierten Medien hingegen blieb das Echo bisher eher verhalten. Um etwas mehr Klarheit in einige der Punkte zu bringen, die in den Redaktionen etablierter Medien für ausgeprägtes Stirnrunzeln sorgen könnten, habe ich in Zusammenarbeit mit einem befreundeten Wissenschaftler eine Presseanfrage mit vier kritischen Fragen an die Autoren des Corman-Drosten-Review-Reports geschickt.

Am 18. Januar 2021 erhielt ich von Dr. Ulrike Kämmerer, Virologin und Immunologin an der Universität Würzburg, stellvertretend für alle Autoren Antworten auf meine Fragen. Im Folgenden finden Sie alle Fragen und Antworten unverändert wiedergegeben.

Laurent Stein: Warum haben Sie im Rahmen Ihrer Veröffentlichung den eher unüblichen Weg gewählt, Ihr Papier zunächst im Internet zu veröffentlichen, anstatt sich an die „herkömmliche Prozedur“ der Einreichung wissenschaftlicher Papiere zu halten? Da Ihr Team überwiegend aus Personen besteht, die den Wissenschaftsbetrieb sehr gut von innen kennen, gehe ich davon aus, dass Sie bewusst in Kauf genommen haben, dass Ihr Papier — unabhängig von dessen Inhalt — vor allem in Kollegenkreisen allein aufgrund dieser Tatsache stark kritisiert werden könnte und womöglich an Glaubwürdigkeit einbüßt.

Dr. Kämmerer: Die Arbeit ist natürlich zuerst an Eurosurveillance eingereicht und auf einen Preprintserver gestellt worden. Die unübliche Art der zeitnah anschließenden Publikation auf einer eigenen Homepage ist der aktuellen ungewöhnlichen Situation geschuldet, in der diese PCR-Publikation quasi der Startpunkt der PCR-diagnostizierten Coronapandemie war. Wir erachten es einfach als extrem wichtig, dass diese fragwürdige Publikation mit ihren weitreichenden Folgen diskutiert wird,

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