Wie unterschiedlich russische und westliche Korrespondenten arbeiten | Anti-Spiegel

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15-02-21 01:36:00,

Wie unterschiedlich russische und westliche Journalisten arbeiten und berichten, ist im Westen kaum bekannt. Daher will ich das hier an einem Beispiel aufzeigen.

Normalerweise finden sich hier am Montagmorgen viele Übersetzungen aus der russischen Sendung “Nachrichten der Woche.” Die Sendung kommt immer am Sonntagabend und daher bedeutet die Nacht von Sonntag auf Montag für mich in der Regel Arbeit bis um drei Uhr morgens. Gut, dass ich sowieso eine “Nachteule” bin.

Manchmal gibt es in der Sendung so viele interessante Berichte, dass ich nicht alle übersetzen kann. An diesem Sonntag war es andersrum: Es gab nichts, was sich wirklich gelohnt hätte, übersetzt zu werden. Die Berichte aus den USA sind nicht mehr allzu interessant, seit der Machtkampf zwischen Trump und Biden vorbei ist, aus Europa gab es keinen wirklich interessanten Bericht, das einzige in meinen Augen interessante war der Bericht über den Prozess gegen Navalny, aber der war eine Wiederholung des Berichts von Freitag, den ich schon übersetzt habe.

Daher nutze ich die Ruhe für einen Artikel, den ich schon lange mal schreiben wollte und für den es jetzt auch einen aktuellen Anlass gibt. Es geht um die unterschiedliche Arbeitsweise von russischen und westlichen Journalisten.

Der aktuelle Anlass ist folgender: Die Korrespondentin des russischen Fernsehens in Europa ist eine junge Frau von 33 Jahren mit dem Namen Anastasia Popova. Ich habe schon einige Berichte von ihr übersetzt, der letzte war ihr Bericht über Navalnys Zeit im Schwarzwald, als der den Film über Putins angeblichen Palast gedreht hat.

Natürlich hat ihr das viel Ärger und einen Shitstorm von Seiten der Unterstützer Navalnys eingebracht. Der Shitstorm war in Russland so heftig, dass es am Sonntag in der Sendung “Nachrichten der Woche” einen ausführlichen Bericht darüber gab. Darin ging es um den Shitstorm einerseits und um die Karriere von Popova andererseits. Und ihre Karriere zeigt anschaulich auf, wie unterschiedlich russische und westliche Journalisten und vor allem Korrespondenten arbeiten. Wie westliche Korrespondenten heute arbeiten

Die deutschen Staatsmedien (sorry, es muss natürlich “öffentlich-rechtliche Medien” heißen) haben inzwischen zum Beispiel für den Nahen Osten nur noch einen Korrespondenten, der zum Beispiel in seinem Büro in Kairo sitzt. Und bei Bedarf wird er in den Nachrichten zugeschaltet und darf mit wichtigem Gesichtsausdruck etwas über die Lage zum Beispiel in Syrien vortragen.

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