VeRA – die gefährlichste Entwicklung in der IT der Sicherheitsbehörden seit 75 Jahren – Police-IT

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16-02-21 09:32:00,

Im Rahmen von Polizei2020 beschaffen sich die 19 Polizeibehörden von Bund und Ländern VeRA – ein System für verfahrensübergreifende Recherche und Analyse. So, wie die Anforderungen gestrickt sind, dürfte der umstrittene US-Anbieter Palantir den Auftrag gewinnen.

Mit der gleichzeitigen Einführung von Steuer-Id und dem Gesetz zur Registermodernisierung, das über 200 Datenbanken von Behörden und Institutionen gleichzeitig nutzbar machen soll, und der zeitgleichen Einführung von VeRA entsteht ein zentraler Beobachtungs- und Überwachungsmonitor über uns alle und werden Polizei- und die anderen (bisher noch ungenannten) Sicherheitsbehörden zu Superbehörden mit Ausforschungsmöglichkeiten gemacht, von denen das Reichssicherheitshauptamt oder die Stasi nur träumen konnten. | Lesedauer: Ca. 10 Minuten

Die Abkürzung VeRA steht für verfahrensübergreifende Recherche und Analyse.
VeRA ist Teil des Programms Polizei2020 zur Kooperation der deutschen Polizei- und Sicherheitsbehörden (sic!) und soll das polizeiliche Informationswesen von Bund und Ländern modernisieren.

Das Beschaffungsverfahren für VeRA Vorbereitungen …

Der jetzt begonnenen Beschaffung von VeRA für alle Polizeibehörden des Bundes und der Länder gingen drei Projekte voraus:

  1. Die Beschaffung des Systems GOTHAM des US-Anbieters Palantir für die hessische Polizei: Das Produkt ist dort unter dem Namen Hessendata seit Anfang 2018 im Einsatz. Die bisher dafür aufgelaufenen Kosten sind unbekannt.
  2. Eine „unverbindliche Marktsichtung“ für eine „verfahrensübergreifende Recherche- und Analyseplattform (VeRA)“ durch das bayerische Landeskriminalamt seit August 2019. Die Anfrage von POLICE-IT nach dem Status im Sommer 2020 erbrachte nur Unverbindliches.
  3. Die Beschaffung des Palantir-Systems GOTHAM für das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen im Januar 2020: Das System läuft dort unter dem Namen DAR, das steht für datenbankübergreifende Analyse und Auswertung. Die Ausgaben wurden mit 14 Millionen Euro beziffert.

Der aktuelle Teilnahmewettbewerb des Bayerischen Landeskriminalamtes

Am 18.01.2021 veröffentlichte nun das bayerische Landeskriminalamt einen Teilnahme­wettbewerb für die Beschaffung des Systems VeRA. [1] Referenzen und Leistungs-Anforderungen an den Anbieter

Beabsichtigt ist der „Erwerb eines markterprobten Systems (Standardsoftware)“ von einem Anbieter, der

  • der mindestens eine Referenz in einer deutschen Behörde oder Organisation mit Sicherheitsaufgaben vorweisen kann, die dort „mängelfrei abgenommen“ und im Wirkbetrieb ist und durch mindestens 100 Benutzer genutzt wird;
  • der in den letzten drei Jahren mindestens im Durchschnitt 5 Millionen Euro Umsatz pro Jahr erzielt hat und
  • der über eine ausreichende Personalkapazität (mindestens 50 Mitarbeiter in den letzten drei Jahren im Durchschnitt) und insbesondere in der Technik und dem Kundensupport verfügt.

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