Keine Spur von Sicherheit

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18-02-21 09:32:00,

Die Debatte um den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist in dieser Woche wieder aufgekeimt. Bundesaußenminister Heiko Maas drängt darauf, das Ende März auslaufende Mandat zu verlängern, die Linke lehnt dies ab und fordert eine Exitstrategie. Was hat der Einsatz der NATO eigentlich gebracht? Der NachDenkSeiten-Autor Emran Feroz befindet sich zur Zeit in Kabul und schildert in einer kurzen Reportage ein eher pessimistisches Bild.

Mustafa Haidari hatte sich seine Zukunft anders vorgestellt. Vor rund acht Jahren schloss er sein Bauingenieurstudium an der Universität Balkh in der nordafghanischen Stadt Mazar-e Sharif erfolgreich ab. Kurz darauf zog er nach Kabul und arbeitete mit westlichen NGOs zusammen. Sie schätzen seine Arbeit und Expertise und zahlten ihm gutes Geld. Heute ist Haidari nicht mehr als Ingenieur tätig, sondern als Taxifahrer. Viele seiner einstigen Auftraggeber sind schon längst abgezogen. Afghanistan interessiert sie nicht mehr. Haidaris gegenwärtiger Job gehört mittlerweile zu den gefährlichsten des Landes. „Ich komme über die Runden, doch Taxifahren ist gefährlich. Sobald man das Haus verlässt, weiß man nicht, ob man lebend zurückkehrt“, meint er. Die Gründe hierfür sind offensichtlich. Seit geraumer Zeit wird die afghanische Hauptstadt von sogenannten Haftbomben („sticky bombs“) heimgesucht. Sie sind günstig und einfach zu beschaffen. Auf dem Schwarzmarkt, so heißt es, erhält man sie für rund zwanzig Euro. Im Vergleich zu anderen Bomben richten sie einen eher geringen Schaden an. Doch sie töten trotzdem und können jeden treffen. In den letzten Tagen und Wochen wurden auch Taxis zum Ziel unbekannter Täter. „Keine Ahnung wer dahintersteckt aber sie versetzen die ganze Stadt in Angst und Schrecken“, so Haidari.

Fast zwanzig Jahre nach Beginn des NATO-Einmarsches in Afghanistan ist Kabul so unsicher wie schon lange nicht mehr. Terroristen, kriminelle Gruppierungen und staatliche Akteure tragen dazu bei. Anschläge und gezielte Attentate gehören zum Alltag. Inmitten von all dem Chaos will Washington seine Truppenanzahl reduzieren. Bereits im Januar fand eine Truppenreduzierung auf 2.500 Soldaten statt. Dies hängt in erster Linie mit dem US-Taliban-Deal zusammen, den die US-Administration vor knapp einem Jahr mit den militanten Islamisten im Golfemirat Katar unterzeichnet hat. „Ich verstehe nicht, was dieser Deal gebracht hat. Afghanen sterben weiterhin“, sagt Mohammad Sakhizada, ein Händler und ehemaliger Ringer-Trainer aus dem Kabuler Stadtteil Dasht-e Barchi.

Während Sakhizada das Leben in Kabul beschreibt, findet um ihn herum ein Sportevent für körperlich behinderte Menschen statt.

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