Die Gewaltfalle

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19-02-21 12:09:00,

Wir haben die Tage des gewaltfreien Widerstandes und des zivilen Ungehorsams sowie deren Erfolge hier in Deutschland anscheinend vergessen. Als erfolgreiche Beispiele sind die Demonstrationen gegen den NATO-Doppelbeschluss, die Anti-Atomkraft-Bewegung, die Montagsdemonstrationen in der DDR oder auch der Volkszählungsboykott von 1987 zu nennen.

Das oft Gesagte „Die da oben steuern, und wir können da nichts machen“ ist zu einfach gesagt. Dies dient häufig dem Abwälzen der Eigenverantwortung und zeigt das Verzagen an der fehlenden eigenen Zivilcourage. Dies ist leider eine Erscheinung in den westlichen Demokratien, welche auf eine gewisse Trägheit und Sättigung durch stabile Lebensumstände schließen lässt. Je höher der Lebensstandard, desto größer die Polemik des „Die da oben“. Dass „Die da oben“ eine Form der Delegierung der Eigenverantwortung ist, verrät uns der Blick in die Geschichte. Die Historie der Menschheit zeugt auch von Menschen mit reinem Herzen, mit noblen Absichten, noblem Auftreten und Wirken.

Die Geschichte berichtet von unserer Kraft und von unserem Einfluss, die Welt zu gestalten. Menschen, zusammen und gemeinsam, haben die Welt gestaltet, so wie sie ist. Mit all ihrer Armut und mit ihrer Ungerechtigkeit, dem Elend, aber auch mit der Schönheit, dem Wohlstand und der kleinen und großen Glückseligkeit, mit ihrem gesamten Reichtum und ihrer Verschwendung. Sie zeugt aber auch von Gewalt und der Not mit all ihren Facetten dazwischen. Das waren WIR und nicht „die da oben“. Wir haben es zugelassen oder verursacht. Wir alle sind „nur“ Menschen! Wenn man das alles in seine Betrachtung einbezieht, werden „die da oben“ nicht unsere Aufgaben übernehmen.

Es ist nicht notwendig, mit dem „Großen“ zu starten. Das lehrt uns das Leben. Mit kleinen Schritten fängt man an zu laufen.

Selbstverantwortung und Zivilcourage fängt bei jedem Einzelnen an. Das Verhalten der Menschen wird durch gute Vorbilder positiv beeinflusst. Positive Vorbilder, gute Taten und tugendhaftes Leben regen das Nachdenken an.

Gelegentlich reflektieren die Menschen und folgen dem guten Beispiel. Ein gutes Vorbild kann ansteckend wirken und kann sich, einer Pandemie gleich, ausbreiten. Großes ergibt sich wie von selbst, wenn eine Vielzahl von Individuen durch ein gemeinsames Ziel geeint wird. Aus etwas Kleinem entsteht dann etwas Großes, das die gewünschte Veränderung herbeiführen kann und wird.

„Die äußerste Schwäche der Gewalt ist, dass sie eine Spirale nach unten darstellt und genau das erzeugt, was sie zu zerstören sucht.

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