Die Schwelle überschreiten

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19-02-21 12:09:00,

Als Achilles, Held der griechischen Mythologie, dem Styx entsteigt, dem Fluss, der die Unterwelt von der Oberwelt trennt, ist er unverwundbar. Eine einzige Stelle jedoch blieb unbedeckt: seine Ferse. Hier trifft ihn der von Apollon gelenkte Pfeil des Paris. Der Halbgott muss sterben. In der Nibelungensage ereilt Siegfried dasselbe Schicksal: Als er im Blut des von ihm besiegten Drachen badet, legt sich ein Blatt zwischen seine Schultern. Hier wird ihn Hagens Speer durchbohren. Der Archetyp des verletzlichen Helden zeigt: Über welche Kräfte wir auch verfügen mögen, wie furchtlos wir uns auch verhalten – wir sind empfindlich. Das Leben ist zerbrechlich – auch wenn wir nahezu unverwundbar werden, wenn wir in den Fluss steigen, der die Lebenden von den Toten trennt.

Tatsächlich ist die Bedrohung immens: Es geht darum, die gesamte Menschheit in jeder Hinsicht unter Kontrolle zu bringen. Politik, Medien, Finanzeliten und internationale Technologie- und Pharmakonzerne bauen an einer Welt, in der der Mensch nicht mehr ist als eine Ressource, ein Stück Vieh, das in den Schlachthof getrieben wird. So beschreibt es die amerikanische Investment-Bankerin Catherine Austin Fitts (1). In diesem Szenario dient das Coronavirus zunächst als Initialzündung und dann als Schrittmacher. Mithilfe eines unsichtbaren Feindes und auf Eventualitäten basierenden Berechnungen werden Maßnahmen produziert, die die Menschen unter die totale digitale Überwachung bringen und sie daran hindern, sich dagegen zu organisieren.

Für diejenigen, denen diese Gefahr bewusst ist, gleicht das Leben in dieser Zeit einer Mutprobe, die eines Achilles und eines Siegfrieds würdig wäre. Es scheint, als müssten auch wir wirklich und wahrhaftig in den Fluss tauchen, der die Welt der Lebendigen von der Welt der Toten trennt. Es ist eine Zeit, in der jeder von uns mit seinen tiefsten Ängsten und schwärzesten Dämonen konfrontiert ist. Überwunden Geglaubtes kommt erneut zutage. Unverarbeitete Geschichten tauchen erneut auf, zehren an den Nerven und bringen die Gefühle durcheinander. Alte Narben fangen wieder an zu schmerzen und erinnern uns daran, dass wir, wie mutig wir uns auch erweisen, empfindliche Wesen bleiben.

Kein Weg führt daran vorbei, sich erneut mit den unverheilten Wunden der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und sich dorthin zu tasten, wo es schmerzt.

Als wie stark wir uns auch zeigen mögen: Jeder von uns hat ein Lindenblatt, eine Stelle, an der er tief verletzbar ist. Wir können noch so sehr trainieren, noch so stark und geschmeidig sein,

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