Kältewelle leert die europäischen Gasspeicher im Rekordtempo | Anti-Spiegel

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19-02-21 08:15:00,

Während die Transatlantiker weiter Sturm gegen Nord Stream 2 laufen, zeigt die aktuelle Kältewelle einmal mehr, wie unersetzlich russisches Gas für Europa ist.

Um die Gasproblematik zu verstehen, muss man folgendes wissen: Die Pipelines (oder auch Flüssiggastanker) sind nicht in der Lage, den Gasbedarf im Winter zu decken. Daher werden die Gasspeicher in den Sommermonaten voll gepumpt und diese Reserven werden im Winter entnommen. Zwar können die Pipelines in einem gewissen Maß auf eine erhöhte Nachfrage reagieren, indem mehr Gas von Russland nach Europa geleitet wird, aber im Winter hängt trotzdem im Wesentlichen alles davon ab, dass die Speicher im Sommer ausreichend gefüllt wurden.

Übrigens könnten Gaslieferungen aus den USA nicht so flexibel reagieren, denn während man die Durchleitung von Gas durch Pipelines kurzfristig erhöhen kann, um im Ernstfall zumindest das Schlimmste zu verhindern, ist das bei dem mit Tankern gelieferten Flüssiggas nicht möglich, weil nicht spontan ein paar mehr Tanker zur Verfügung stehen.

Wie wichtig dieses Thema ist, erleben Experten in diesen Tagen, denn in Europa leeren sich die Gasspeicher im Rekordtempo. Schuld ist die ungewöhnliche Kältewelle. Sollte sie länger anhalten oder sich in den nächsten Wochen wiederholen, könnten die Gasreserven in Europa nicht bis zum Ende des Winters reichen. Schade eigentlich, dass Nord Stream 2 noch nicht fertig ist, das die mögliche Gas-Liefermenge signifikant erhöhen würde.

Oder anders gesagt: Wahrscheinlich sind die Russen schuld an der Kältewelle, weil sie den Europäern vor Augen führen wollen, wie wichtig Nord Stream 2 für Europa ist. Sollte das Gas tatsächlich knapp werden, könnte ich mir vorstellen, dass die Bild-Zeitung Überschriften bringen könnte, denen zufolge die Russen an der Kältewelle schuld sind.

Das halten Sie für übertrieben? Vor einem Jahr hat die Bild bereits getitelt “Russenpeitsche bringt uns den Bibber-Knick!” und vor zwei Wochen hat die Bild über den Beginn der aktuellen Kältewelle getitelt “Die Russenpeitsche kommt wieder!” Für die Bild ist Russland an allem Schuld, sogar am Wetter.

Über die aktuelle Lage in den europäischen Gasspeichern hat das russische Fernsehen in einem Artikel berichtet, den übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Die Gasreserven in unterirdischen Speicheranlagen in Europa sind unter 40 Prozent gesunken, obwohl sie nach Angaben von Gas Infrastructure Europe noch vor 11 Tagen etwa 50 Prozent betragen haben. Die Reste könnten bei einer Rückkehr der Kälte nicht bis zum Ende des Winters nicht reichen.

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