Die Wut in Myanmar wächst

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22-02-21 02:54:00,

Die Protestbewegung in Burma nimmt nach dem Putsch am 1. Februar eine neue Dimension an. Die Militärs waren überrascht über den starken Widerstand der Bevölkerung gegen ihre erneute totalitäre Machtübernahme und gegen die Verhaftung der gewählten Regierungsmitglieder sowie der wichtigsten politischen Führer und Führerinnen, allen voran der bekannten Friedensnobelpreisträgerin Aung Suu Kyi. Aber nicht nur Politiker, auch Künstler, Journalisten und andere Oppositionelle wurden verhaftet. Von Jinthana Sunthorn, Hongkong, aus dem Englischen von der Redaktion.

Es dauerte nur ein paar Tage, bis sich die burmesische Bevölkerung von der anfänglichen Schockstarre erholt hatte und damit begann, sich zu organisieren. In Burma ist, wie in anderen Ländern auch, eine neue, aufgeklärte Jugend herangewachsen. Die Burmesen sind längst nicht mehr das Bauernvolk von früher. Die Jugend hat studiert und ist mit den sozialen Medien und dem Internet vertraut und aufgewachsen. Die Jugend ist international vernetzt und will nicht mehr unter der Knute des Militärs leben, das ihnen keine Zukunft und Entfaltungsmöglichkeiten bieten kann. Aber auch die älteren Menschen, die ihr Leben lang unter der kleptokratischen Herrschaft des Militärs gelebt haben, einer Militärdiktatur, die sich maßlos bereicherte und den Menschen in Burma kaum mehr als das Nötigste zum Überleben ließ, wollen, dass die zaghaften demokratischen Versuche und damit verbunden eine bessere Teilhabe an der Wertschöpfung weitergehen. Sie wollen schlicht und ergreifend bessere Löhne und eine gesicherte Zukunft.

Ein fünfjähriger vorsichtiger Weg zu einer demokratischen Zukunft ist am 1. Februar vom Militär abrupt beendet worden.

Aung Suu Kyi und die NLD

Im Jahre 2015, bei den ersten freien Wahlen, wurde die NLD (National League for Democracy), deren Gründerin Aung San Suu Kyi war, mit überwältigender Mehrheit ins burmesische Parlament gewählt und stellte die Regierung. Aber die Spielregeln waren schon zuvor vom Militär bestimmt worden, das 2008 eine Verfassung geschrieben und durchgesetzt hatte, die ihm auch nach demokratischen Wahlen die Herrschaft sichern würde. Die eigene Verfassung des burmesischen Militärs erlaubte es ihnen, in jedem sogenannten „Notfall” die totale Macht zu übernehmen. Und das Militär behielt viele Befugnisse, ein Monopol auf wichtige Ministerposten, zusammen mit einer Garantie von 25% der Sitze im Parlament. Unter diesen Bedingungen war das neu gewählte Parlament von Anfang an nur ein Scheinparlament.

Aung San Suu Kyi bleibt eine populäre Figur im Lande, aber sie ist nicht die Art von Führer, die bereit ist,

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