Die Wohlstandsformel

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24-02-21 11:29:00,

Kublai Khan musste sich als Enkel des Dschingis Khan würdig erweisen. Deshalb richtete er sein Augenmerk auf die größte Beute der damals bekannten Welt: Südchina. Im Jahr 1279 vollendete Kublai Khan die Eroberung Chinas, schmiedete ein neues Großreich und gründete die Yuan-Dynastie.

Die Mongolen waren für ihre teuren Gepflogenheiten bekannt — sie liebten den Krieg und vor allem Frauen. Als das Geld knapp wurde, begannen die Verwalter der Yuan-Dynastie, Papiergeld zu drucken.

Die Yuan-Beamten waren nicht die ersten, die auf diese Idee kamen; die Regierung der vorherigen Song-Dynastie hatte ebenfalls Papiergeld gedruckt. Aber es gab einen großen Unterschied.

Das Papiergeld der Song-Dynastie, bekannt geworden als Guanzi, war durch Kupfer-, Silber- und Goldmünzen unterlegt. Die Yuan-Währung war jedoch durch nichts gedeckt. Wenn der Regierung also das Geld ausging, druckte sie einfach mehr.

Um 1350 war Kublai Khan bereits seit Jahrzehnten tot. Aber die Wirtschaftsbehörden der Yuan-Dynastie druckten immer noch wie verrückt Papiergeld. Und das verursachte eine schwere Hyperinflation in ganz China.

Das Leben der Menschen geriet durch die finanzpolitische Verantwortungslosigkeit der Regierung komplett aus den Fugen, und im ganzen Land kam es zu Rebellionen.

Bis zum Jahr 1368 war die Yuan-Dynastie vollständig zusammengebrochen, und ein verarmter Bauer und späterer Mönch namens Zhu Yuanzhang erhob sich, um Kaiser zu werden und die neue Ming-Dynastie zu gründen.

Zur Wiederbelebung der von der Inflation gebeutelten Wirtschaft schuf die Ming-Dynastie ein nie dagewesenes Maß an wirtschaftlicher Freiheit. Märkte und Wirtschaftszweige wurden dereguliert. Die Regierung gab zum Beispiel ihr Monopol auf die Salzproduktion auf und die Kaufleute wurden ermutigt, die Preise durch den Marktwettbewerb regulieren zu lassen. Gleichzeitig stabilisierte die Regierung die Währung und führte wieder Metallmünzen ein. Und im 16. Jahrhundert erlaubten die Ming-Behörden sogar, dass ausländische Währungen wie der spanische Silberdollar in China im Umlauf waren.

Dies erwies sich als wesentlich stabileres Tauschmittel als eine Fiat-Währung, und die chinesische Wirtschaft blühte infolgedessen auf. Der Wohlstand stieg rasant an. China war in der Lage, Kanäle und Brücken zu bauen, die Große Mauer zu dem heute bekannten Gigant aus Ziegeln und Stein zu erweitern und zu befestigen sowie zahlreiche andere öffentliche Bauvorhaben zu verwirklichen.

Nebenbei bemerkt, wie wir unlängst thematisierten, war die Besteuerung der Reichen nicht die Hauptmethode zur Finanzierung dieser Infrastruktur. Stattdessen wurden die Kaufleute für ihre freiwilligen Beiträge zum Gemeinwohl gelobt und in hohem Ansehen gehalten.

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