Lockdown auf Sylt. Corona ist nicht gottgewollt | KenFM.de

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24-02-21 11:25:00,

Von Uli Gellermann.

Hastig zieht die Frau ihre Hosen hoch, es ist ihr extrem peinlich von Passanten an einem Weg in Westerland gesehen zu werden: „Es tut mir wirklich sehr leid, aber ich konnte nicht mehr einhalten.“ Es gibt nur noch wenige geöffnete öffentliche Toiletten in der Sylter Hauptstadt, aber die sind weit weg am Strand. Geschlossen sind die Cafés, die Hotels, die Kneipen und auch deren Toiletten. Das Corona-Regime ist unerbittlich gegen Bedürfnisse aller Art.

Unerbittlicher Zugbegleiter

Unerbittlich auch der Zugbegleiter der Deutschen Bahn auf der Fahrt nach Sylt : „Beim dritten Mal“, sagt er bei der Maskenkontrolle im komplett leeren Waggon auf dem Weg zur Insel, „beim dritten Mal ohne Nase-Mund-Bedeckung müssen sie aussteigen.“ Er freut sich sichtlich: So viel Macht kann er sonst nur bei Schwarzfahrern demonstrieren. So geht es zur Zeit vielen Deutschen: Meist müssen sie buckeln, aber jetzt dürfen sie auch mal treten. Denn die vermeintlichen Anstecker stehen noch unter ihnen. Die von Merkel geliehene Billig-Macht macht die kalte Frau populär.

Kurzarbeit bei „Gosch“

Total unpopulär ist die Kurzarbeit bei den Kollegen, die bei „Gosch“, dem bekannten Fischbrötchen-Händler auf Kurzarbeit sind: „Wir kriegen nur noch 40 Prozent vom Netto, die Trinkgelder sind weg, aber die Miete läuft weiter.“ Resigniert zucken die beiden Angestellten die Schulten. „Da kann man ja nichts machen.“

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Drittel der Jobs in Schleswig-Holstein sind bedroht

Die Sylter Unternehmer fordern eine Zukunft: „Prominente Gastronomen, Hotelbetreiber, Einzelhändler und Ferienvermieter sehen die Destination Sylt bedroht“ schreiben sie und wissen: „Ein Drittel der Jobs in Schleswig-Holstein sind akut bedroht.“ Ein Hotelier, der nicht genannt sein will: „Ich bin so gut wie pleite.“ Warum er nicht genannt werden will: „ Vielleicht gibt es ja doch noch Hilfe vom Staat, da will man ja nicht auf einer schwarzen Liste stehen.“

Keine Privatzusammenkünfte am Strand

„Bitte veranstalten Sie keine Privatzusammenkünfte am Strand“ steht im Sylter ‚Corona-Knigge‘ und weiter schreibt die Sylt Marketing GmbH „Das fällt bei den häufigen schönen Sonnenuntergängen sicher alles andere als leicht.“ Tatsächlich gibt es mitten im Winter, neben Schnee und Eis, auch wunderbare Sonnenuntergänge. Aber die massive Panikpropaganda hat auch die Strände erreicht: Immer wieder tragen verängstigte Touristen Masken am Strand.

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