Antony Blinken und der transatlantische Reset – Teil 2 | KenFM.de

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25-02-21 08:51:00,

Deutschlands außen- und sicherheitspolitisches Establishment hat gejubelt, als feststand, dass ihr alter Freund Antony Blinken neuer US-Außenminister wird. Sie haben guten Grund dazu. Aber wer ist dieser Tony Blinken, von dem die meisten noch nichts gehört haben?

Von Rainer Rupp.

Aber die USA haben laut Blinken mit einer durchdachten und gemäßigten “Reaktion” auf diese russische Aggression geantwortet. Da Russland und die Ukraine in Blinkens Zuständigkeitsbereich als stellvertretender US-Außenminister fielen, hat er diese Politik natürlich selbst formuliert. Die habe zum Ziel, die Verbündeten zu beruhigen und die Verlässlichkeit der USA in der NATO zu unterstreichen. Zugleich habe sich die US-“Reaktion” überhaupt nicht gegen Russland selbst gerichtet, sondern sie diene nur der Wiederherstellung der Lage vor der Krise. Wörtlich sagte Blinken:

“Um unsere Zusicherungen gegenüber der NATO zu unterstreichen, haben wir sehr eng mit unseren wichtigsten Partnern zusammengearbeitet. Wir haben nicht nur viel Geld investiert, sondern wir arbeiten auch daran, seit dem Ausbruch der Krise eine nahezu konstante (militärische) Land-, See- und Luftpräsenz in den (baltischen) Frontstaaten zu schaffen. Wir versuchen, Russland (für seine Aggression) hohe Kosten aufzuerlegen, um Putin von einem Kurswechsel zu überzeugen. (…) Aber lassen Sie mich das ganz deutlich sagen, denn es ist wichtig! Der Zweck dieser Reaktion bestand nicht darin, Russland zu schwächen. Es ging nicht darum, eine Farbrevolution zu schüren. Es ging nicht darum, Wladimir Putin zu stürzen, sondern Russland einfach davon zu überzeugen, seine Aggression in der Ukraine einzustellen.”

Bei so viel Zurückhaltung der USA und ihrer Sorge um Sicherheit und Stabilität in Europa können auch wir Deutschen getrost die Augen schließen und unseren Kopf in den Schoß der US-NATO legen, die sich selbst als die “erfolgreichste Friedensorganisation der Weltgeschichte” anpreist. Aber damit gibt sich Blinken nicht zufrieden, denn jetzt läuft er mit einem Griff in die Trickkiste der Demagogie zur Hochform auf, nämlich indem er vorgibt, auf die Kritiker der US-NATO-Politik einzugehen und sogar ein gewisses Verständnis für die russische Sicht der Dinge und deren Gefühl von Bedrohung durch die NATO aufzubringen.

All dies geschieht natürlich nur, um direkt anschließend zu “beweisen”, dass die russische Führung natürlich falschliegt, weil sie die auf dem Wertekanon des Westens basierenden Aktionen der NATO falsch interpretiert oder aber böswillig falsch verstehen will,

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