Wie Mastercard die Gesundheitsgefahr durch Bargeld erfinden ließ – Geld und mehr

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25-02-21 09:38:00,

24. 02. 2021 | Mastercard hat nicht erst während der Corona-Krise angefangen, mit der Behauptung hausieren zu gehen, Bargeld berge eine große Gesundheitsgefahr. Das ist eine Kampagne, die seit mindestens acht Jahren läuft. Hakon von Holst hat sich die Anfänge genauer angeschaut. Im Zentrum: Medien, die jeden interessengeleiteten Mist hinausposaunen, den jemand Studie nennt und mit einer steilen Überschrift versieht.

Das Folgende ist die gekürzte Version eines Beitrags, der in ganzer Länge auf dem Blog von www.bargeldverbot.info zu lesen ist.

Hakon von Holst. Der amerikanische Kreditkartenkonzern Mastercard hat sich einer Welt ohne Bargeld verschrieben. Zur Verwirklichung seines Ziels zieht das Unternehmen alle Register. In diesem Artikel erhalten Sie Einblick, wie Mastercard weltweit die öffentliche Meinung manipuliert und zugunsten digitaler Zahlungsmittel umstimmt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Versuch, Bargeld als unhygienischen und gesundheitsgefährdenden Gegenstand im Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern.

März 2013: Eine Nachricht geht um die Welt USA

CNN, 28. März: »Wenn Sie dachten, dass es dreckiges Geld nur auf Offshore-Konten gibt, überprüfen Sie stattdessen Ihren Geldbeutel. Aber Sie könnten danach Ihre Hände waschen wollen. […]. Eine Oxford-Studie kommt auf durchschnittlich 26.000 Bakterien je Banknote.«

Schweiz

Blick, 26. März: »Ekel-Geld: Viele Schweizer finden Bargeld unhygienisch[.] 64 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer finden ihr Bargeld unhygienisch. Kein Wunder, denn es ist besonders schmutzig.«

Russland

Komsomolskaya Pravda, 27. März: »Auf jeder russischen Banknote finden sich 30.000 Bakterien[.] […]. Unser Finanzministerium plant eine Obergrenze für Barzahlungen einzuführen […]. Man sagt, es sei einfacher, gegen diejenigen zu kämpfen, die keine Steuern zahlen […]. Nun gibt es einen weiteren Grund, sich vom Bargeld […] zu trennen: die Hygiene.«

Japan

CNN Japan, 31. März: »Eine unabhängige Studie, die […] von Wissenschaftlern der Universität Oxford durchgeführt wurde, ergab, dass sich durchschnittlich 26.000 Bakterien auf jeder Banknote befinden.«

Und so weiter, überall auf der Welt die gleichen Artikel über schmutziges, gesundheitsgefährdendes Bargeld.

Die banale Grundlage der globalen Nachricht

Was war geschehen? Mastercard hatte in Oxford eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Unter der Leitung von Prof. Ian Thompson wurden Banknoten verschiedener Währungen auf ihre Keimzahl hin überprüft. Start war Freitag, der 15. März 2013. Für die jungen Forscher etwas Abwechslung im trockenen wissenschaftlichen Alltag.

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