Doppelter Rohrkrepierer. Stuttgart 21 soll mit noch mehr Tunneln noch viel teuer werden.

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26-02-21 09:34:00,

Als wäre beim Bahnprojekt S21 nicht schon genug vermasselt worden, planen die Verantwortlichen eine unterirdische Zugabe auf 47 Kilometer Länge. Vier Tunnel sollen reparieren, was nicht zu reparieren ist. Gerechtfertigt wird das Vorhaben mit den Erfordernissen des Deutschlandtaktes, dessen sinnvolle Umsetzung eine notorisch verfehlte Verkehrspolitik verunmöglicht und deren wohl schlimmster Auswuchs der kommende Stuttgarter Tiefbahnhof ist. Ein Gutachter hat errechnet, was der Spaß kosten könnte: 5,5 Milliarden Euro – mindestens. Von Ralf Wurzbacher.

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Teuer, teurer, Prestigeprojekt. Sobald staatliche Mittel in Straßen, Brücken, Bahnhöfe, Flughäfen oder welche Bauten auch immer gesteckt werden, kommen Kostenexplosionen wie von selbst. Beim Roulette mit Steuergeld kennen Planer und Bauherren kein Halten – mehr geht immer! Sehr viel mehr als ursprünglich geplant verschlang zum Beispiel die Hamburger Elbphilharmonie. Statt 77 waren es am Ende 866 Millionen Euro, eine Steigerung um das 11,24-Fache. In der Summe sind das allerdings Peanuts, nimmt man Unternehmungen wie den Hauptstadtflughafen BER und Stuttgart 21 zum Maßstab. Im Wettstreit um das Ausmaß des Scheiterns und den Umfang des Kraters, den sie in die öffentlichen Kassen reißen, liefern sich beide Projekte seit Jahren ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen. S21 mit seinen offiziell bezifferten 8,2 Milliarden Euro an Ausgaben liegt aktuell rund eine Milliarde über denen für den Berlin-Airport. Das aber ist nur eine Momentaufnahme.

Denn auch nach „Vollendung“ und erfolgter Eröffnung hat der BER noch allerhand „Reserven“. Nicht nur drohen endlose Reparaturmaßnahmen, weil sich schon binnen vier Monaten seit dem Start diverse Wasserschäden, Stromunfälle an Gepäckkontrollen und Kälteeinbrüche in der Abfertigungshalle ereignet haben. Schwerer wiegt, dass der Laden schon pleite war, noch ehe nur ein Flieger abgehoben hatte. Wobei die Pandemie nicht die Ursache der Schieflage ist, die Sache aber noch schlimmer macht. Solange der Betrieb nahe Nullniveau dümpelt, werden die Zahlen röter und röter.

Komplettentschuldung?

Am Dienstag wurde ein Sanierungsplan publik, in dessen Rahmen der Flughafengesellschaft FBB ein staatliches Darlehen über 1,1 Milliarden Euro erlassen und obendrein eine Finanzspritze von 800 Millionen Euro bewilligt werden sollen. Das macht 1,9 Milliarden Euro, was immerhin weniger wäre als die knapp 3,6 Milliarden Euro, die der Aufsichtsrat vor zwei Wochen an Hilfen angemahnt hatte.

Andererseits sind allein an Coronahilfen bereits 990 Millionen Euro geflossen oder zugesagt und Experten wie etwa der Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa gehen davon aus,

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