Wenn westlicher Qualitätsjournalismus, Propaganda und Infokrieg gegen Russland Hand in Hand gehen

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02-03-21 12:38:00,

Der amerikanische Journalist Max Blumenthal konnte mit Hilfe geleakter Dokumente aus dem Umfeld des britischen Außenministeriums belegen, was vielfach im öffentlichen Diskurs als „Verschwörungstheorie“ abgetan wird. Zusammen mit privaten Sicherheitsunternehmen hat die britische Regierung ein umfassendes Netzwerk aufgebaut, dessen Aufgabe der Infokrieg gegen Russland und dessen Einfluss auf benachbarte Staaten ist. Das Ziel: Der „Regime Change“ in Russland. Eingespannt in das Netzwerk sind den Dokumenten zufolge nicht nur von der britischen Regierung und der NATO finanzierte Propagandaorganisationen wie die Integrity Initiative oder das auch von deutschen Medien gerne zitierte „Recherchenetzwerk“ Bellingcat, sondern mit Reuters und der BBC auch zwei Medienorganisationen, die immer noch als Leuchtfeuer des westlichen Qualitätsjournalismus gelten. Von Jens Berger.

Thomson Reuters verpflichtet sich in seinen „Vertrauensgrundsätzen“, dass man sich niemals den Interessen einer Person, Gruppe oder Fraktion ausliefert und die Integrität, Unabhängigkeit und Freiheit von Einflussnahme jederzeit in vollem Umfang bewahrt bleiben müsse. Dass solche Slogans das Papier, auf dem sie stehen, nicht wert sind, zeigen die jüngsten Leaks des Hackerkollektivs „Anonymous“, die der amerikanische Journalist Max Blumenthal ausgewertet hat. Demnach war und ist der „gemeinnützige“ Teil der Thomson-Reuters-Gruppe, die Thomson Reuters Foundation, tief in ein verdecktes Projekt des britischen Außenministeriums eingebunden, dessen Ziel es ist, russischen Journalisten die „Positionen Großbritanniens näherzubringen“. Durchgeführt wurden diese als „Fortbildungsprogramme“ getarnten Anwerbekampagnen von Reuters; initiiert, koordiniert und finanziert wurden sie vom britischen Außenministerium – unter dem mit offiziell mit fünf Millionen Pfund finanzierten Programm „Counter Disinformation & Media Development“, dessen Ziel die Meinungshoheit im „Informationskrieg“ gegen Russland ist. Beraten wird dieses Programm übrigens von der britischen Botschaft in Moskau. Nach den geleakten Dokumenten hat Reuters mindestens 80 russische Journalisten in diesem Programm „fortgebildet“. Wobei diese Fortbildung offenbar vor allem im Aufbau eines Netzwerkes bestand, das auf konkreter Ebene von Projektpartnern aus dem direkten Umfeld des britischen Auslandsgeheimdienstes gemanagt wird.

Mit an Bord dieses Programms ist auch die altehrwürdige BBC über deren ebenfalls „gemeinnützige“ Tochter BBC Media Action. Aufgabe der BBC war und ist es dabei, Journalisten und Medienmanager in den Nachbarländern Russlands fortzubilden und im Rahmen des Programms zu „vernetzen“. Aktiv war und ist man in den drei baltischen Republiken, in der Ukraine, in Moldawien und Georgien. Ziel ist die Beeinflussung vor allem der russisch-sprechenden Minderheiten und die Kommunikation von Positionen,

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