Die deformierte Generation

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04-03-21 09:13:00,

„Alle unsere Irrtümer übertragen wir auf unsere Kinder, in denen sie untilgbare Spuren hinterlassen“ (Maria Montessori, 1870 bis 1952).

Dieses Zitat ist wohl die wichtigste Erkenntnis und Feststellung, die uns diese große Pädagogin und eine der mutigsten Frauen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit auf den Weg gegeben hat. Geraume Zeit später, in den 1940er Jahren, schrieb eine andere Streiterin für die bedingungslose Würde von Kindern und generell jungen Menschen, die Schwedin Astrid Lindgren, Autorin von Pipi Langstrumpf, in ihr Tagebuch: Die Welt hat den Verstand verloren.

Das bisher größte kollektive Versagen in der gesamten Menschheitsgeschichte, die totalitären Systeme Europas, ziehen eine verheerende Spur von Krieg, Elend, Not und kollektivem menschlichen Versagen über den ganzen Kontinent.

Eine ebenso große Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts, der Arzt, Humanist, Philosoph und Friedensaktivist Albert Schweitzer, gab uns in seiner Nobelpreisrede im Jahr 1954 folgende und wieder aktuelle Worte:

„Wagen wir die Dinge zu sehen, wie sie sind. Es hat sich ereignet, dass der Mensch ein Übermensch geworden ist. (…) Damit wird nun vollends offenbar, was man sich vorher nicht recht eingestehen wollte, dass der Übermensch mit dem Zunehmen seiner Macht zugleich immer mehr zum armseligen Menschen wird. (…) Was uns aber eigentlich zu Bewusstsein kommen sollte und schon lange vorher hätte kommen sollen, ist dies, dass wir als Übermenschen Unmenschen geworden sind.“

Seit März 2020 und bis zum heutigen Tage beklemmt mich das Gefühl, als würden speziell in Europa im Namen von „Corona“ alle negativen Geister der letzten Jahrhunderte sprichwörtlich mit einem Schlag wieder aus der Flasche geholt.

Bereits in meinem Buch Kindheit 6.7 habe ich sichtbar gemacht, wie sich seit der Jahrtausendwende der Raum für eine Kindheit in Würde — von einer glücklichen Kindheit erst gar nicht gesprochen — von Jahr zu Jahr weiter verengt (1). Ich hätte mir aber beim Erscheinen meines Buches 2018 nicht im Geringsten träumen lassen, dass die allerschlimmsten Befürchtungen und Entwicklungen, die ich darin geschildert habe, zwei Jahre später wahr werden sollten.

Was seit März 2020 gesellschaftlich über Familien und Kinder — vor allem in den Schulen — im Namen der „Schutzmaßnahmen“ gegen Covid-19 hereingebrochen ist, kann als realisierte Dystopie bezeichnet werden:

Letztlich allein auf Basis massenhafter PCR-Testungen und keiner tatsächlichen Virusgefahr wurde erstmals — außerhalb von Kriegszeiten — eine ganze Generation kollektiv traumatisiert.

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