Die Krypto-Zeitenwende

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04-03-21 08:47:00,

Dem Coronavirus wurde kürzlich zugesprochen, einen Raketenantrieb erhalten zu haben. Als kritischer Beobachter des Zeitgeschehens kann man dies nur noch mit einem müden Lächeln quittieren. Wer wirklich einen raketenhaften Anstieg beobachten möchte, der schaue sich einfach den Anstieg des Bitcoin-Kurses vom 8. Februar an.

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Abbildung 1. Quelle: Screenshot auf binance.com

Auslöser für diese außergewöhnliche Tageskerze, die den Preis der ersten und bekanntesten Kryptowährung an nur einem Handelstag um fast 9.000 US-Dollar (USD) auf ein neues Rekordhoch von fast 47.000 USD katapultierte, war ein milliardenschweres Investment des Technologie-Unternehmens Tesla. Nachdem am Montagvormittag aus einer Mitteilung an die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC bekannt wurde, dass der Elektroauto-Pionier in den vergangenen Wochen 1,5 Milliarden USD von seinen Cash-Reserven auf Bitcoin umgeschichtet hat, tobte die Börsenwelt. Bitcoin- und Technikenthusiasten feierten diesen gewagten Schritt, während Kritiker die Entscheidung als die Spitze einer Spekulationsblase bewerteten.

Um den Einwand gleich vorwegzunehmen, weshalb die Anlagestrategie eines Unternehmers hier überhaupt Erwähnung findet: Wir haben es nicht mit einem gewöhnlichen Finanzhype zu tun, sondern mit einer Entscheidung, die einen Paradigmenwechsel einleiten kann, der unser Verständnis von Geld umkrempeln wird.

Musk investierte über Tesla nicht nur Milliarden in die prominenteste Kryptowährung, sondern ließ auch verlautbaren, dass er plane, künftig Bitcoins als Zahlungsmittel für seine Produkte zu akzeptieren. Darüber hinaus wolle Tesla auch Teile seiner liquiden Mittel, die nicht im operativen Geschäft gebraucht werden, in Edelmetallen und Kryptowährungen anlegen. Wenn einer der reichsten Menschen der Welt einen solchen Schritt unternimmt, hat das eine ernst zu nehmende Wirkungskraft und wird höchstwahrscheinlich einen gewaltigen Dominoeffekt auslösen.

Es ist zweifellos ein direkter Affront gegen das alte Geldsystem, das offenkundig seine letzten Tage zählt und langsam, aber sicher das Vertrauen der Anleger verliert. Elon Musk ist zwar der wichtigste, aber nicht der erste Investor aus der klassischen Finanzwelt, der damit angefangen hat, seine Geldreserven mit Bitcoins zu diversifizieren. Der Gründer von MicroStrategy, Michael Saylor, der ehemals als Bitcoin-Kritiker galt, scheint nach einem Sinneswandel ebenfalls das disruptive Potenzial der neuen Digitalwährung erkannt zu haben und tätigte seit 2020 Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar. In einem ausführlichen Interview mit Marc Friedrich, einem systemkritischen Finanzexperten und YouTuber, erklärt Michael Saylor seine Beweggründe für den Einstieg in Bitcoin.

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