Deutschland schlägt Schweden bei der Übersterblichkeit

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05-03-21 03:57:00,

„Schweden ist gescheitert“, „Schweden hat versagt“ und „der schwedische Sonderweg ist beendet“ – diese Narrative zogen sich im vergangenen Jahr, mit wenigen Ausnahmen, durch die deutsche Medienlandschaft: Nichts davon ist wahr und die Belege dafür werden immer deutlicher. Von Henning Rosenbusch.

Das Zentrum für evidenzbasierte Medizin der Universität Oxford veröffentlichte vorgestern Berechnungen zur Übersterblichkeit verschiedener Länder im Pandemiejahr 2020. Die Ergebnisse hätten einschlagen müssen wie eine Bombe, doch das taten sie nicht. Weder in Schweden, noch in Deutschland wurde bisher darüber berichtet, zu welchem Ergebnis die Experten für medizinische Statistik gekommen sind.

Sie berechneten für Schweden eine Übersterblichkeit im Jahre 2020 von 1,5 Prozent. Und für Deutschland 3,3 Prozent. Diese statistischen Berechnungen sind zwar momentan noch keinem Peer Review unterzogen worden, es wäre jedoch überraschend, wenn sich die Statistik-Experten der angesehenen Universität dabei großartig vertan hätten.

Zur Übersterblichkeit ein Zitat von Martin Sprenger, Mediziner, Autor und Gesundheitswissenschaftler an der Medizinischen Universität Graz mit den Schwerpunkten Public Health, Primärversorgung und Prävention, mit dem der Autor dieser Zeilen kürzlich bei Talk im Hangar 7 (Servus TV) über Alternativen zum Lockdown diskutieren durfte, aus eben dieser Sendung: „Die Übersterblichkeit ist der härteste Parameter, den wir haben, weil man eben nicht mehr darüber diskutieren muss, ob mit oder an Covid-19 verstorben.“ Sprenger war auch Mitglied der österreichischen Coronavirus-Taskforce des Gesundheitsministeriums bis Anfang April des vergangenen Jahres und ist dann aus eigenem Antrieb wegen Unstimmigkeiten mit der Regierung Kurz zurückgetreten: “Ich habe mir die Freiheit genommen, meine Meinung nur noch als Fachmann und Bürger kundzutun”.

Und Schweden ist auch mit dem neuen Pandemiegesetz von Anfang Januar nicht vom Sonderweg abgekommen oder hat den deutschen Weg eingeschlagen, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei seiner Aschermittwochs-Ansprache falsch behauptete: Es gibt und gab weiterhin nie einen Lockdown in Schweden oder etwas, was auch nur ansatzweise so bezeichnet werden könnte. Geschlossen sind teilweise nur öffentliche Einrichtungen wie Museen. Es gab nie eine Maskenpflicht und somit auch keinerlei Polizeikontrollen. Und die Schulen waren immer offen, einmal abgesehen von der gymnasialen Oberstufe, die während der ersten Welle und nun auch um Weihnachten herum für wenige Wochen in den Fernunterricht geschickt wurde. Es gab seit dem neuen Gesetz sowohl Verschärfungen als auch Lockerungen im schwedischen Pandemiekurs. So ist die gymnasiale Oberstufe seit Ende Januar zurück im Präsenzunterricht und auch jeglicher Sport,

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