Facebook NewsBeredtes Schweigen der deutschen Medien

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05-03-21 12:02:00,

Google hat vorgelegt, jetzt zieht Facebook nach: Das US-Unternehmen hat in dieser Woche einen großen Lizenz-Deal mit deutschen Presseverlagen angekündigt. Mit Facebook News eröffnet der Werbekonzern auf Facebook einen neuen Newsfeed ausschließlich für journalistische Medien.

Insgesamt will Facebook in den kommenden drei Jahren eine Milliarde US-Dollar in das neue Produkt investieren. Wie viel Geld einzelne Medien erhalten, ist geheim. Details zu Vertragskonditionen gebe der Konzern nicht bekannt, sagte eine Facebook-Sprecherin zu netzpolitikorg. In den USA ging Facebook News bereits im Sommer 2020 an den Start, im Vereinigten Königreich im Januar 2021.

In Deutschland soll es im Mai soweit sein. Nach Angaben von Facebook sind über 100 deutschsprachige Medien dabei. Darunter bundesweite Größen wie Der Spiegel, Die Zeit, die Frankfurter Allgemeine Zeitung oder das Handelsblatt. Facebook listet jedoch auch Regionalmedien wie den Berliner Tagesspiegel, die Rheinische Post oder die Nürnberger Presse auf. Auch die linke Tageszeitung taz und Heise Online sind dabei.

„Wie üblich vertraulich“

Über die Details des Deals schweigen sich sowohl Facebook als auch die teilnehmenden Verlage aus. Presseanfragen von netzpolitik.org mit Bitte um weiterführende Informationen erteilen mehrere Beteiligte eine Absage. „Details zu den Vertragskonditionen können wir nicht mit Ihnen teilen“, antwortet Facebook. Von der FAZ heißt es, dass man „grundsätzlich keine Auskunft zu Vertragskonditionen mit Geschäftspartnern“ erteile. Der SPIEGEL teilt mit, die Vertragsinhalte seien „wie üblich vertraulich“.

Lediglich die Info, dass die Inhalte bei Facebook News „wie in anderen Ländern vor allem algorithmisch zusammengestellt“ würden, teilt der SPIEGEL. Etwas weniger zugeknöpft gibt sich eine Verlagssprecherin der ZEIT. Von ihr ist zumindest zu erfahren, wie die Auswahl der Inhalte im neuen Nachrichtenkanal funktioniert: „ZEIT ONLINE liefert über eine Schnittstelle einen Hinweis an Facebook, sobald ein neuer Text publiziert wurde. Die konkrete Auswahl der auf Facebook News zu ZEIT ONLINE verlinkten Artikel findet bei Facebook statt.“ Zur Höhe der Zahlungen will auch sie keine Angaben machen.

Ein Hinweis in eigener Sache: Wir von netzpolitik.org nehmen aus Gründen der Unabhängigkeit kein Geld von Facebook und machen bei Facebook News nicht mit. Im Wettbewerb mit den teilnehmenden Medien werden wir deshalb nicht nur Einnahmen, sondern wahrscheinlich auch Reichweite verpassen, denn im neuen Nachrichten-Feed werden wir nicht vorkommen. Wir sind deshalb umso mehr auf Eure Unterstützung angewiesen.

Das ist auch bei der Tageszeitung taz nicht anders,

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