Sind „einflussreiche Eliten“ entscheidend? Oder das Volk?

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05-03-21 12:10:00,

Diese Frage kann man nicht immer gleich und eindeutig beantworten. In den letzten Jahrzehnten neigt sich die Waage immer mehr zugunsten dessen, was man einflussreiche Eliten oder Machteliten nennen könnte. 2015, im Oktober, hat der frühere Mitherausgeber der NachDenkSeiten Wolfgang Lieb die Trennung von den NachDenkSeiten und mir als Mitherausgeber unter anderem damit begründet, ich sähe nur noch „einflussreiche Eliten“. Das war damals schon eine Unterstellung. Aber unabhängig davon ist es schon erstaunlich, dass Lieb wie auch andere Zeitgenossen die gefährliche Dominanz der Machteliten nicht sehen, obwohl dieser antidemokratische Zustand schon Jahrzehnte währt. Bei der Lektüre von David Talbot: Das Schachbrett des Teufels bin ich auf eine einschlägige Passage gestoßen. Albrecht Müller.

Der Autor beschreibt einen Disput in den USA, der Anfang und Mitte der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts zugange war. Der US-amerikanische Soziologe C. Wright Mills hat die herrschende Elite, die man auch Clique nennen könnte, beschrieben und in seinem 1956 erschienenen Buch „Die amerikanische Elite“ einem breiteren Publikum öffentlich gemacht. 

Die einschlägigen sechs Seiten werden im folgenden, verbunden mit einem großen Dank an den Westend Verlag für die Veröffentlichung dieses Buches wiedergegeben.

Die Lektüre lohnt sich:

Der Soziologe Mills beschreibt die Lage in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Der damals von Außenminister John Foster Dulles und dem CIA Chef Allen Dulles angeregte und vielfältig und professionell inszenierte Kalte Krieg lag im Interesse der Eliten, der sogenannten Eliten und nicht im Interesse des Volkes. So wie auch die vielen von den USA geführten Kriege und auch der neue Konfrontationsaufbau in Europa nicht von den Menschen gewollt waren und sind.

Das sind im wesentlichen Produkte der Machteliten. Es kann nicht die Rede davon sein, dass wir bei diesen wichtigen Fragen davon sprechen können, in einer Demokratie zu leben. Deshalb gehört dieser Beitrag als Nummer 5. zur NachDenkSeiten Serie zur Demokratie.

Dass wir NachDenkSeiten Macher trotzdem noch die Hoffnung haben, dass sich gelegentlich auch die Interessen der Mehrheit des Volkes durchsetzen könnten, mag man illusionär nennen. Wir haben sie trotzdem.

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