Die Gehorsamsfalle

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06-03-21 10:56:00,

Als am 19. Januar dieses Jahres das demokratisch nicht legitimierte Gremium aus Bundeskanzlerin Angel Merkel und den sechzehn Ministerpräsidenten der Bundesländer im „Kampf gegen das Corona-Virus“ mal wieder eine Verlängerung des Lockdowns und eine Verschärfung der „Corona-Maßnahmen“ verkündete, erlebte ich einen Moment besondere Art. Es war einer jener Augenblicke, in denen mir die Wahrheit einer Situation schonungslos entgegentritt.

Bisher hatte ich immer noch ein wenig gehofft, die Bundesregierung könnte doch noch zur Vernunft kommen und zu demokratischen Verhältnissen zurückfinden. Aber in diesem Moment wusste ich: Die staatliche Repressionsmaschinerie wird weiterlaufen, wenn wir sie nicht „von unten“ stoppen.

Hier war etwas in Gang gesetzt worden, das der Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Jürgen Maaz klarsichtig einen „Krieg der Regierenden gegen die Bevölkerung“ nennt. „In dem Moment, in dem die Pandemie zu einer Panikdemie verwandelt wurde“, schreibt Maaz, „entsteht eine nahezu perfide Situation, in der die Zerstörung sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Verhältnisse von den betroffenen Kriegsopfern selbst vollzogen werden muss. Und Kriegsgegner werden wie bei allen Kriegen verfolgt und bestraft. Vom ‚Covidiot‘ zum ‚Gefährder‘ und ‚Bedroher‘ und schließlich zum ‚Deserteur‘ ist es nur ein kurzer Weg“ (1).

Diese Erkenntnis war erschreckend und befreiend zugleich. Sie war erschreckend, weil ich plötzlich in einen Abgrund schaute, dessen Ausmaß ich mir nicht auszumalen wagte. Sie war befreiend, weil es gut ist, ent täuscht zu werden und der Realität ins Auge zu sehen. Auch ist es für jede Abwehr- oder Gegenstrategie entscheidend, seinen Gegner richtig einzuschätzen.

Die neuen Maßnahmen der Regierung sahen auch eine Verschärfung der „Maskenpflicht“ vor. Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel sollten nur noch mit „medizinischen Masken“ oder mit Masken nach FFP2-Standard betreten werden. Durch keine der bisherigen behördlichen Anordnungen fühle ich mich in meiner menschlichen Integrität so sehr verletzt wie durch den Zwang, Masken zu tragen. Die Gründe dafür sind vielfältig (2). Meine spontane Reaktion war deshalb: „Hier mache ich nicht mehr mit. Diese Masken werde ich nicht tragen!“

Doch dieser Zustand der Entschlossenheit hielt nicht lange an. Mit der gleichen Heftigkeit, mit der ich gerade noch der Übergriffigkeit der Regierung entgegentreten wollte, regte sich nun eine Gegenkraft in mir. Sie zog mich hinein in einen Zustand von Angst, Mutlosigkeit und Resignation. So wie bei einem Gummiband: Wenn man es spannt und wieder loslässt, dann schnellt es mit der gleichen Kraft in die Ausgangsposition zurück,

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