„Mythos Geldknappheit“ – Maurice Höfgens neues Buch über die Modern Monetary Theory (MMT) , ein Werk zwischen ökonomischen Mythen, progressiver Reformpolitik und „ökonomischem Wahnsinn“

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07-03-21 02:12:00,

US-Präsident Joe Biden glaubt, dass Geld ähnlich „wie Saatkorn“ ein knappes Gut ist, und Wolfgang Schäuble erklärte noch als Finanzminister, dass Banken nur als Vermittler zwischen Sparern und Kreditnehmern agieren. Beide irren sich, meint der Ökonom und Betriebswirt Maurice Höfgen, denn beide haben eine falsche Vorstellung von der Funktionsweise des Geldsystems. Geld schöpften die Banken vielmehr aus dem Nichts, und Geld sei auch keine knappe Naturressource, sondern eine menschliche Erfindung, die keiner natürlichen Beschränkung unterliegt. Von Thomas Trares.

Nachlesen kann man all dies in Höfgens neuem Buch „Mythos Geldknappheit“, mit dem der Autor diesen und anderen ökonomischen Mythen zu Leibe rücken will. Denn, so schreibt Höfgen, selbst „ein Großteil der politischen Linken ist in den ökonomischen Mythen des Mainstreams gefangen und folgt den ´Sachzwängen´ der globalisierten Weltwirtschaft, die in den Medien und selbst an Universitäten täglich reproduziert werden“. (S.18)

Höfgen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Büro des linken Bundestagsabgeordneten Fabio de Masi und zudem einer der wenigen deutschen Vertreter der Modern Monetary Theory (MMT). Dabei handelt es sich um eine moderne Variante des Postkeynesianismus, die wegen ihrer spektakulären Aussagen mittlerweile eine Art Freak-Status innerhalb der Wirtschaftswissenschaften erlangt hat. Microsoft-Gründer Bill Gates bezeichnete die MMT einmal als „Crazy Talk“ und eine Autorin der Kapitalmarkt-Postille „Smart Investor“ sprach letztens sogar von einer „Theorie der flachen Erde“ und „ökonomischem Wahnsinn“.

Dunkles Zeitalter der Makroökonomie

Die Vertreter der MMT hingegen sehen ihrerseits die ökonomische Wissenschaft in einem „dunklen Zeitalter“ gefangen – „insbesondere in der Makroökonomie“, wie Höfgen unterstreicht. Dies liege vor allem daran, dass die Mainstream-Ökonomie die Funktionsweise des Geldsystems nicht richtig darstellt. Fragen nach dem Aufbau des Geldwesens oder der Herkunft des Geldes würden falsch beantwortet oder erst gar nicht gestellt. Deswegen steht am Anfang der MMT zunächst einmal die korrekte Beschreibung des Geldsystems.

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Erkenntnis, dass Länder, die ihre eigene Währung herausgeben, nicht pleitegehen können. Dazu schreibt Höfgen: „Ein Staat, der seine eigene Währung ausgibt, ist in seiner Fähigkeit, sein eigenes Geld zu erzeugen, nicht begrenzt. Ein solcher Staat kann zu jeder Zeit alle fälligen Zahlungen tätigen, alles kaufen, was in seiner Währung zum Verkauf steht und kann niemals in eigener Währung bankrottgehen.“ (S.74)

Alles ist finanzierbar

Diese Einsicht stellt wiederum vieles, was ein Ökonom in seinem Studium lernt,

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