Eskalation im Bürgerkrieg

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08-03-21 01:23:00,

Die NachDenkSeiten hatten am letzten Montag über das blutige Vorgehen der Junta gegen die Demonstranten berichtet. (Blutsonntag in Myanmar) Mindestens 18 Menschen waren an diesem Tag erschossen worden. Am vergangenen Mittwoch, 3. März, bewiesen die Sicherheitskräfte, dass sie es noch besser können: Am Mittwoch wurden 38 Menschen von der blutrünstigen Soldateska im Dienste der burmesischen Junta ermordet. Es war ein Tag der erneuten Eskalation im Krieg der Junta gegen ihr eigenes Volk, gegen unbewaffnete Demonstranten, die sich der Machtübernahme vom 1. Februar widersetzten. Mit scharfer Munition töteten sie Menschen im ganzen Land und verwundeten viele weitere. Es wird von Opfern in Mandalay, Monywa, Myingyan, Salay und Mawlamyine berichtet. Von Jinthana Sunthorn, Hongkong, Übersetzung von der Redaktion.

Am Donnerstag erstach eine Bande von 25 USDP-Anhängern einen Dorfvorsteher und seinen Neffen, weitere sechs Familienmitglieder wurden verletzt. Der Anführer des Überfalls hatte bei den letzten Wahlen für die USDP, die Partei der Militärjunta, kandidiert und gegen die NLD verloren. Bei ihrem Mordüberfall auf den Dorfvorsteher und sechs seiner Familienangehörigen riefen die Angreifer: “Tötet sie alle“.

Die ganze Woche hindurch schossen Polizei und Militär mit scharfer Munition auf unbewaffnete Demonstranten. Die Bilanz liegt inzwischen bei insgesamt über 50 Toten und hunderten von Verletzten. Auch am gestrigen Sonntag gingen die Demonstrationen weiter und auch gestern gab es wieder Tote und Verwundete.

Die Bewegung des zivilen Ungehorsams (CDM)

Obwohl der Putsch nicht unerwartet kam, war Burma nach dem 1. Februar für einige wenige Tage in eine Art Schockstarre versunken. Aber bereits nach wenigen Tagen formierte sich der Widerstand. Es kam zu ersten Demonstrationen und auch zu Streiks.

Bereits am Tag des Putsches hatte das medizinische Personal mit Protesten begonnen. Ihnen schlossen sich schon bald Studenten und Mitarbeiter aus den Betrieben an. Lehrerinnen und Lehrer schlossen sich nach einigen wenigen Tagen ihrerseits der Kampagne des zivilen Ungehorsams an, legten die Arbeit nieder und weigerten sich, mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Die CDM wurde bereits am 2. Februar von Beschäftigten des Gesundheitswesens und Beamten im ganzen Land ins Leben gerufen. Die Kampagne wurde auf Facebook unter dem Namen “Civil Disobedience Movement” (Bewegung des zivilen Ungehorsams) verbreitet. Die Bevölkerung wird dazu aufgerufen, die Militärjunta nicht anzuerkennen und sie zu boykottieren, wo immer es möglich erscheint. Unzählige Beamte aus verschiedenen Ministerien haben bereits demissioniert und haben sich dem CDM angeschlossen.

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