Propaganda bei T-Online: Wie Leser von Interviews mit “Experten” getäuscht werden | Anti-Spiegel

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08-03-21 09:37:00,

Auf T-Online ist ein Interview mit Anne Appelbaum erschienen, in dem sie vor Putin und vor einem Zusammengehen von Deutschland und Russland warnt. T-Online preist das als Interview mit einer Historikerin an und verschweigt seinen Lesern die entscheidenden Informationen.

Anne Appelbaum ist mir bereits hinlänglich bekannt, weshalb ich, als ich das Interview gesehen habe, sofort hellhörig geworden bin. Der Artikel bei T-Online trägt jetzt die Überschrift „Bedrohung der Demokratie – „Boris Johnson ist kein Autokrat, aber er nutzt die gleichen Mittel“.“ Aber ursprünglich trug es eine andere Überschrift, die T-Online dann aber geändert hat. Wahrscheinlich war sie der Redaktion zu plump, denn sie lautete „Historikerin im Interview – Die Deutschen ahnen nicht, wie gefährlich Putin ist.“

Es ist ungewöhnlich, dass deutsche Medien die Überschriften ihrer anti-russischen Artikel entschärfen, ich habe an vielen Beispielen des Spiegel aufgezeigt, dass der Spiegel in der Regel umgekehrt vorgeht und zunächst recht neutral gehaltene Überschriften im Nachhinein verschärft. Mich würde wirklich interessieren, warum die Redaktion von T-Online die Überschrift im Nachhinein „entschärft“ und den bösen Putin aus ihr entfernt hat.

In dem Interview holt Appelbaum zu einem Rundumschlag gegen alle aus, die sie als „Rechte“, „Populisten“, „Autokraten“ und ähnliches bezeichnet. Es ist ein klassisches Interview zur Untermauerung der Thesen des transatlantischen Mainstream und daher nicht sonderlich interessant. Interessant ist, was T-Online seinen Lesern verschweigt. In dem Artikel wird Appelbaum in einem Infokasten folgendermaßen vorgestellt:

„Anne Applebaum, geboren 1964 in Washington, D.C., ist Historikerin und Journalistin. Sie arbeitete für renommierte Blätter wie „The Economist“ und „The Spectator“, derzeit ist Applebaum Autorin für „The Atlantic“. Zudem lehrte sie an zahlreichen Hochschulen wie Yale, Harvard, Oxford und Cambridge. Die Osteuropa-Expertin ist Autorin verschiedener Bücher, für ihr Werk „Der Gulag“ von 2003 hat Applebaum den Pulitzerpreis erhalten. Am 12. März erscheint ihr neues Buch „Die Verlockung des Autoritären. Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist“ auf Deutsch.“

Der interessierte Leser erfährt, dass es sich bei Appelbaum um eine echte Expertin handelt, die für bekannte Medien geschrieben, an den besten Hochschulen der Welt gelehrt und viele Bücher geschrieben hat. Sie muss also eine wirklich sehr gute Expertin und ihre Meinung muss entsprechend fundiert sein. Was T-Online seinen Lesern verschweigt

Ich kenne Appelbaum schon, aber der deutsche Leser wird es schwer haben, herauszufinden, wer sie ist. Im deutschen Wikipedia zum Beispiel fehlt jeder Hinweis darauf,

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