Die Impf-Traumtänzer

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10-03-21 12:03:00,

„Mit dem Traum fing es an“, titelte das Manager Magazin in seiner Februar-Ausgabe auf Seite 32 (1). Auch schwerreiche Großinvestoren träumen gelegentlich — besonders große Träume natürlich. Auf den folgenden acht Seiten ist dann viel über drei Männer zu erfahren, die die deutsche Biotech-Szene schon seit langem prägen, und ihr und sich selbst nun zu Weltruhm verholfen haben. Es ist die Geschichte von drei ganz großen Gewinnern der Corona-Pandemie.

Das Triumvirat verbindet nicht nur eine jahrzehntelange Zusammenarbeit und Freundschaft, sondern vor allem ihre Investition in das deutsche Biotechnologie-Unternehmen Biontech. Der mRNA-„Impfstoff“ des Unternehmens, zusammen mit Pfizer produziert und weltweit vertrieben, ist eine der führenden Präventiv-Waffen „Made in Germany“ gegen das tödliche Virus. Aber dazu später.

Der Senior unter den Dreien, Thomas Sprüngmann, mit 70 längst im physischen Rentenalter, hatte jahrzehntelang mit seinem Zwillingsbruder Andreas das Pharma-Unternehmen Hexal geleitet und zu einem der größten deutschen Generika-Hersteller gemacht. Im Jahr 2005 verkaufte das kongeniale Duo — der eine Arzt, der andere Betriebswirt — Hexal für 7,5 Milliarden Euro an Novartis. Schon zu dieser Zeit zählten sie zu den Top 200 reichsten Menschen der Welt. Heute sind die Brüder vor allem Investoren und halten über ihre Beteiligungsgesellschaften Santo und Athos Anteile an diversen Firmen im Biotech– und Gesundheitsbereich. Eines dieser Investments ist Biontech.

Der zweite im Bunde ist Michael Motschmann, über den noch nicht mal einen Wikipedia-Eintrag zu finden ist. Dabei ist der Mann eine bekannte Größe in der Venture Capital Welt. Mit seinen MIG-Fonds ist er seit vielen Jahren in Dutzende Unternehmen investiert, die unsere Zukunft verändern sollen: Automatisierungstechnik, Robotik, Biotechnologie, Digital Health, Medizintechnik, Informations-/ Kommunikationstechnologie, Material-/ Umwelttechnik.

Motschmann und Sprüngmann gingen auf dasselbe Internat. Der sieben Jahre jüngere Michael hatte als Elfjähriger den damals 18-jährigen Thomas „als sportliches Vorbild“ bewundert, musste aber reichlich zehn Jahre warten, bis er ihn wirklich kennenlernen sollte. Das war vor 40 Jahren. Sie wurden Freunde und investieren seit 15 Jahren in gemeinsame Projekte. Der erste „gemeinsame Deal“ — so Motschmann — war Ganymed, ein von Özlem Türeci und Uğur Şahin gegründetes Biotech-Unternehmen, das später vom japanischen Pharmakonzern Astellas gekauft wurde. Die türkischstämmigen Mediziner sollten bald heiraten und einige Jahre später Biontech gründen.

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