Medien und Medienkritik sind ein unzertrennliches Paar, beides ist wichtig für eine Demokratie

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11-03-21 09:41:00,

Medienkritik und Medienanalyse kommt in unserer Zeit eine wichtige Bedeutung zu. Wer seine Informationen aus Medien erhält, sollte um die vielen Schieflagen in der Berichterstattung Bescheid wissen und Methoden an der Hand haben, um die präsentierten Informationen kritisch zu hinterfragen. Das gilt für den Umgang mit so genannten „Leitmedien“, aber auch bei Nutzung „alternativer“ Medien. An dieser Stelle setzt Sabine Schiffer vom Berliner „Institut für Medienverantwortung“ an. Im NachDenkSeiten-Interview gibt die Sprachwissenschaftlerin einen Einblick in Ihre Arbeit und beschreibt, was im Hinblick auf eine kritische Medienanalyse zu beachten ist. Von Marcus Klöckner.

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Frau Schiffer, wie charakterisieren Sie den Zustand unseres Mediensystems?

Eine „Perle mit Defekten“. Das gilt allgemein für unser Mediensystem im internationalen Vergleich und das gilt auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in diesem System, was die Rundfunkstaatsverträge und die Finanzausstattung anbelangt – und somit das Potential zur Erfüllung der Aufgabe als Vierte Gewalt. Die immer noch guten Bedingungen bedeuten aber nicht, dass unsere Medien ihr Potential wirklich ausschöpfen; da gibt es noch sehr viel kritische Luft nach oben.

Eine „Perle mit Defekten“? Können wir nicht seit vielen Jahren ein Mediensystem beobachten, das gerade dann, wenn es darauf ankommt, eher an einen Totalausfall erinnert als an eine „Perle mit Defekten“? Also zumindest im Hinblick auf einen kritischen politischen Journalismus.

Tatsächlich wird auch unter Journalisten kritisch diskutiert, dass sich das Selbstverständnis des Berufes anscheinend gewandelt habe und man heute weniger machtkritisch als staatstragend unterwegs sei. Man darf dabei noch einen Schritt weiter gehen und sich fragen, inwiefern man noch als Vierte Gewalt agiert. Solche Debatten sind zu unterstützen, denn es sind bisher Randphänomene, was man an der Engführung so mancher Thematik oder dem unhinterfragten Bedienen von Freund- und Feindbildern immer wieder sehen kann. Das kritische Hinterfragen der eigenen Rolle zur Beförderung des Kosovo-Krieges nach demselben würde man sich als Dauerinstitution wünschen – stattdessen haben wir oft genug NATO-freundliche Perspektivübernahmen; um nur ein Beispiel zu nennen. Dennoch bleibt, dass wir kein Murdoch-Mediensystem haben. Es gibt also etwas, um das es zu kämpfen lohnt.

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