Das Virus und die Moderne

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12-03-21 10:27:00,

Wie in einem Brennspiegel konzentriert sich die Geschichte der Moderne in dieser Coronakrise, die man gründlich missversteht, wenn man sie allein durch Statistiken und Meinungsgefechte dokumentiert. Es geht in dieser „Krise“ nicht vorrangig um die Attacke eines Virus auf die Menschheit, auch nicht um die Wahl eines angemessenen Krisenmanagements gegenüber einer Gefahr von außen.

Vielmehr liegen gegenwärtigem Massenverhalten und der politisch gewählten Agenda unbewältigte Probleme zugrunde, die aus der Geschichte der Moderne erwachsen, kurz gesagt: Charakteristische Fehlentwicklungen und Mentalitätsbrüche sind es, in deren Folge viele Menschen gerade heute so anfällig werden für eine extreme Verengung der Perspektiven, Manipulation und Hysterie — ein Verhalten, das etwa von einer Gesellschaft wie der in den 1950er Jahren noch auf pures Unverständnis gestoßen wäre.

Da wird heute beschwörend vor einer Pandemie gewarnt, die quasi Menschen bis ins Alter von 70 Jahren relativ verschont. In den 50ern, als das Durchschnittsalter noch weit vor diesem Alter lag, hätte es sich bei Covid-19 um ein kaum beachtetes Infektionsgeschehen gehandelt.

Um das jetzige Szenario der Coronakrise zu verstehen, sind also andere Faktoren heranzuziehen: Die medizinisch möglich gewordene Verlängerung des menschlichen Lebens um fast 15 Jahre spielt hier eine Rolle mitsamt eines damit verbundenen Mentalitäts- ja Identitätswechsels:

Wir sind nämlich, als Preis für diesen Aufschub des Todes, paradoxerweise von einer „Bürger-“ in eine „Patientengesellschaft“ gewechselt, die selbst den Generationenvertrag — Stichwort „for ever young“ — brüchig macht.

Das nagt und zerrt an der Substanz und an einem „Leben“, dem man mit Sören Kierkegaard das Prädikat einer „Krankheit zum Tode“ attestieren könnte.

Ist eine Existenz jenseits der beschränkten Haftung durch Dauermedikamentenzufuhr — und neuerdings Impfungen — überhaupt noch vorstellbar? Oder bleibt Handelnden und Behandelten in dieser politisch einseitig genutzten Biorevolution nur eins: das Sich Einschwören auf das nackte Prinzip Selbsterhaltung? Dem wird inzwischen alles untergeordnet und man fragt sich: warum nur? Aus Liebe zu den Alten? Oder erhofft man — wer wäre da man? — sich davon eine Einschränkung menschlicher Freiheit zum Zwecke der Machtsicherung von wenigen?

Derartige Engführungen des Lebens eigneten sich ja schon immer hervorragend als Werkzeuge der Macht. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die Schlaglichter auf das gegenwärtige Coronadrama — besser: Coronaszenario — werfen: eine ungebändigte Angst und Panik, eine blinde Expertengläubigkeit, dazu eine bewusst verhinderte Aufklärung sowie zuletzt das Gefühl eines Ausgeliefertseins,

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