Der Tod der Kultur

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12-03-21 10:27:00,

Auf den meisten hiesigen Bühnen herrscht Dunkelheit. Museen, Kinos, Theater, Kabarett. Jede Institution aus dem Bereich der Kunst und Kultur schmort im Lockdown ihrem Bankrott entgegen. Unzählige Künstlerexistenzen zerbrechen finanziell wie innerlich an diesem Zustand, der keiner ist.

Nur auf wenige Bühnen fällt in diesem „harten Winter“ noch Licht. Eine davon ist das Podium der Weitblick-Location München, in welcher seit November in monatlichen Abständen je eine Veranstaltung von „Menschen machen Mut“ stattfindet. Die letzte Veranstaltung Mitte Februar trug den Titel „Kunst und Kultur — Wo die Kultur stirbt, beginnt die Barbarei“.

Als Gäste geladen waren die Musiker Hannes Kreuziger und Julia Neigel, ihres Zeichens Schauspielerin sowie ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der GEMA, die psychologische Beraterin und Initiatorin von „Kultur steht auf“ Céline von Knobelsdorff und der Kabarettist Uwe Steimle.

Es sieht düster aus, und das nicht nur auf den Bühnen. Der Stillstand des Kulturbetriebes bedeutet weit mehr, als dass Künstler nun zuhause sitzen und Däumchen drehen, bis die Show irgendwann, eines fernen Tages wieder weitergeht. Es wird provisorisch in den digitalen Raum verlagert, was nur im physischen Beisammensein erfahrbar ist und wirkt.

Kulturbetriebe sehen ihrem Ende entgegen. Viele Kunstschaffende wissen in ihrer schieren Verzweiflung nicht mehr, wie es für sie weitergehen soll, und entscheiden sich nicht selten für den Gang auf die Bahngleise. Hinzu kommen die selbstzerstörerischen Elemente der Cancel Culture, die einen jeden Kunstschaffenden mit Verleumdung abstraft, so dieser auch nur mit der Schuhspitze die schmale Linie des öffentlich Sagbaren übertreten hat. Uwe Steimle wusste davon ein Lied zu singen.

Mit diesen Podiumsgästen war die Bühne besetzt mit Charakteren, die über das verfügen, was man dieser Tage bei so vielen Künstlern — teilweise auch bei Idolen — schmerzlich vermisst: Rückgrat und das Herz auf der Zunge. Jede der imposanten Persönlichkeiten lieferte allem derzeitigen Schrecken zum Trotz mehr oder minder positive Ausblicke in die Zukunft. Kreativität und die Kraft des künstlerischen Schöpfens seien der Schlüssel, um diese Krise zu überwinden.

Und eines stand fest. Ganz gleich, wie die Coronazeit zu ihrem Ende kommen wird: Danach kann die Kultur nicht mehr dieselbe sein.

Es kann nicht weiter Kultur genannt werden, was letztlich nur die Vermarktung und Bezifferung des monetären Wertes irgendeines Kunstwerks im Sinne hat. Es kann auch nicht mehr dieselbe Kultur sein,

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