Bolivien: Warum die Ex-Übergangspräsidentin Jeanine Añez jetzt verhaftet wurde | Anti-Spiegel

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13-03-21 04:02:00,

Ende 2019 hat Bolivien die Schlagzeilen beherrscht, als es um angeblichen Wahlbetrug ging und Präsident Morales schließlich aus dem Amt geputscht wurde. Nun wurde mit der Übergangspräsidentin eine der Anführerinnen des Putsches verhaftet.

Im November 2019 hat Bolivien die Schlagzeilen beherrscht. Dem Präsidenten Morales wurde Wahlfälschung vorgeworfen und angeblich hat eine Mehrheit des Volkes seine Absetzung gefordert. Die „Qualitätsmedien“ haben uns nie erzählt, worum es dabei in Wahrheit ging. Also schauen wir uns die Ereignisse noch einmal an, um zu verstehen, warum die pro-westliche Übergangspräsidentin jetzt verhaftet worden ist.

Wenn die Medien uns etwas über eine Demokratiebewegung in fernen Ländern erzählen, muss man kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es um etwas völlig anderes geht. So war es auch in Bolivien. Dort ging es nicht um Demokratie, sondern um Lithium, das die Industrie für die Herstellung von Batterien, vor allem für die allseits propagierten Elektroautos, braucht. Bolivien hat die größten Lithium-Vorkommen der Welt. Präsident Morales hatte die Frechheit besessen, die westlichen Konzerne nicht an dem Lithium verdienen zu lassen. Stattdessen hat er Verträge geschlossen, um die gesamte Wertschöpfungskette vom Abbau des Lithiums bis zur Produktion fertiger Batterien im Land zu lassen.

Das hat die westlichen Konzerne verärgert und daher haben westliche Staaten unter Führung der USA einen Putsch vorbereitet. Schon Wochen vor der Wahl sind mitgeschnittene Gespräche aufgetaucht, in denen westliche Diplomaten mit Oppositionellen geplant haben, eine Medienkampagne wegen angeblicher Wahlfälschung loszutreten und Morales aus dem Amt zu putschen. Und genau nach diesem Drehbuch ist der Putsch dann auch abgelaufen. Die Details dazu finden Sie hier.

Besonders dreist war danach übrigens Elon Musk, der als Tesla-Chef ein besonders großes Interesse an den Batterien und dem bolivianischen Lithium hat. Er hat sich im Sommer 2020 nach Kritik auf Twitter an dem Putsch zu einem Tweet hinreißen lassen, den er später wieder gelöscht hat. Er hat den Kritikern auf Twitter geantwortet:

„Wir putschen jeden weg, den wir wollen! Komm damit klar.“

Der Tweet ist gelöscht, aber den Screenshot habe ich noch.

Auch die Medien wussten natürlich von Anfang an, worum es in Bolivien ging. Aber sie haben das Spiel brav mitgespielt und die Legende von einer „Volksbewegung“ verbreitet, die gegen Morales protestiert. Ein Jahr nach dem Putsch war die Legende nicht mehr zu halten, denn die Partei von Morales hat die Neuwahlen gewonnen und die Putschisten haben krachend verloren.

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