Atlantic Council – Vom Thinktank zur Fabrik für Hetzschriften (Teil 1)

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15-03-21 06:25:00,

13 Mär. 2021 15:12 Uhr

von Rainer Rupp

Das auf dem intellektuellen Niveau der Bild-Zeitung verfasste Papier des Atlantic Council dürfte allerdings selbst unter eingefleischten transatlantischen Kriegstreibern in Europa kaum begeisterte Leser finden. Es ist einfach zu primitiv in seiner Argumentation, zu dürr an belastbaren “Fakten”, in sich selbst zu widersprüchlich, zu offensichtlich in seinem geifernden Hass auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und zu blind in seinen einseitigen “Schuldzuweisungen” an den Kreml, der inzwischen für alle innen- und außenpolitische Probleme des Westens verantwortlich gemacht wird. Groteskerweise stellt der Atlantic Council das Papier als eine “in die Tiefe gehende Recherche” vor. Zugleich behaupten die beiden Autoren mit frecher Scheinheiligkeit, den Bericht aus Sorge um die Zukunft und das Wohlergehen des russischen Volkes verfasst zu haben.

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Tatsächlich unterscheidet sich der vorliegende Bericht des Atlantic Council kaum noch von den anderen beschämenden Nachrichten, die in den letzten Jahren zunehmend aus den USA zu uns herüberschwappen. Wie ein hochansteckendes Virus wurden auch sie hier von Politik und Medien weiterverbreitet und haben das gesellschaftliche Leben vergiftet. Das gilt insbesondere für die Fake-Nachrichten über die Weltpolitik der USA als angeblicher Friedensmacht und Hüter der Menschenrechte, die von den sogenannten “Thinktanks” und selbst ernannten “Qualitätsmedien” mitsamt ihren vermeintlichen Konkurrenten wie Twitter, Facebook und Co. weiterverbreitet werden.

Dazu gehört aber auch die von der Führung der “Demokratischen Partei” der USA und von der Einheitsfront sogenannter “liberaler” Medien gepflegte Mär, dass der Ex-Präsident Donald Trump ein russischer Einflussagent wäre, der von seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin angeblich an der langen Leine geführt wurde. Das war kein idiotischer April-Scherz, sondern todernste Politik, die in den USA die letzten vier Jahre lang das Geschehen dominierte. Auch hierzulande wurde diese Mär von unseren Politikern und Medien fleißig im Sinne der neoliberalen, US-geführten Weltordnung weiterverbreitet.

Andere Meinungen dazu wurden nicht geduldet und werden es heute noch weniger. Wer den Wahnsinn trotzdem beim Namen nannte, wurde nicht selten “gecancelt”; verlor seinen Job und sein Einkommen und wurde zur Unperson. Die gleiche Strafe ereilte jeden, der berechtigte Zweifel an etlichen Aspekten der US-Briefwahl für das Präsidentenamt im November 2020 öffentlich artikulierte. Inzwischen wird man für die Äußerung solcher Zweifel von den selbsterklärten Wächtern der amerikanischen Demokratie und Toleranz bereits in die Nähe von Terrorismus gerückt.

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