Amerikanisch-chinesische Gespräche in Alaska: Das Protokoll eines Scheiterns mit Ansage | Anti-Spiegel

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19-03-21 07:55:00,

Eigentlich wollten die hochrangigen Delegationen der beiden Länder in Alaska Lösungen für ihre Streitpunkte suchen. Schnell zeigte sich, dass es den USA darum nicht ging, ihnen ging es um Provokationen und eine medienwirksame Verschärfung des Konfliktes.

Wer in einem Streit eine Lösung suchen möchte, der beginnt das Gespräch nicht mit Drohungen und Vorwürfen. Diese einfache Regel, die schon Kinder auf einem Spielplatz kennen, gilt auch in der internationalen Politik. Daher kann man nach dem ersten Tag der Gespräche in Alaska sicher sagen, dass es den USA nicht um eine Lösung der amerikanisch-chinesischen Streitpunkte ging, sondern um eine weitere Provokation. Die neue US-Regierung läuft Amok

Die neue US-Regierung stellt sich immer deutlicher als gemeingefährlich heraus. Erst beschimpft Biden Putin als „Killer“, dann greift US-Außenminister Blinken den chinesischen Außenminister frontal an. Die Biden-Administration scheint es darauf anzulegen, die von den USA geschaffenen Konflikte mit China und Russland mit aller Gewalt zu verschärfen.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat in der Nacht über jedes Ereignis der Nacht der „Verhandlungen“ in Alaska berichtet und ich werde hier das Protokoll dieser Nacht nachzeichnen, in der die neue US-Regierung gezeigt hat, dass Trump im Gegensatz zur Biden-Administration sogar ein fast diplomatischer Präsident gewesen ist.

Zum Verständnis noch zwei Dinge vorweg. Erstens: Normalerweise gibt es Regeln in der internationalen Diplomatie, es gibt Formulierungen, mit denen man seinen Unmut ausdrücken kann, ohne dass es gleich für die Presse nach einem Streit aussehen muss und ohne dass man seinen Gesprächspartner öffentlich angreift oder beleidigt.

Wenn zum Beispiel von einem Gespräch die Rede ist, in dem „Unterschiedliche Standpunkte ausführlich ausgetauscht“ wurden, dann bedeutet das im Klartext, dass man sich gestritten hat. Wenn aber die US-Vertreter nun den Streit schon offen vor laufenden Kameras beginnen, ist das eine in der Geschichte der Diplomatie fast einmalige Provokation. Es geht der US-Regierung ganz offensichtlich nicht um die Lösung von Problemen, sondern darum, den Medien einen Streit zu präsentieren, den die westlichen Medien dann so darstellen sollen, als wäre China der Bösewicht.

Zweitens: In der internationalen Diplomatie berücksichtigt man normalerweise auch die Mentalität der anderen Seite. In China gelten strengere Regeln der Höflichkeit, als im Westen. Man ist stets bemüht, „das Gesicht zu wahren“ und vor allem gesteht man das auch dem Gegenüber zu. Es ist ein in China undenkbarer Affront, wenn jemand versucht, den Gesprächspartner öffentlich bloßzustellen.

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