Ausgeschlossen aus der schönen neuen Welt

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19-03-21 07:36:00,

Wer sich Google, Apple und Co. ausliefert, könnte schon morgen in einem kafkaesken Albtraum aufwachen. Google, Microsoft, Apple und Co. machen uns das Leben leichter – es ist ja auch verführerisch, sich auf die meist kostenlosen Dienste der IT-Monopolisten einzulassen, mit denen sie ihre Nutzer immer tiefer in ihr Ökosystem ziehen. Familienbilder, gekaufte Software, Filme und Musik liegen in der Cloud, selbst in moderner Hardware, wie Computer, Smartphones oder Medienplayer, sind die Ökosysteme dieser Unternehmen fest integriert. Das ist bequem für den Nutzer. Doch was passiert, wenn man aus welchen Gründen auch immer von den Herren der modernen Vernetzung aus dieser schönen neuen Welt ausgeschlossen wird? Das geht nämlich schneller, als einem lieb ist. Man muss nur – auch unwissentlich – gegen die intransparenten „Nutzungsbedingungen“ verstoßen. Und schon ist die digitale Existenz vernichtet und auch die Folgen für die reale Existenz können vernichtend sein. Als Nutzer sind wir dem hilflos komplett ausgeliefert. Das Beste wäre es wohl, dem Lockruf zu widerstehen und so viel digitale Selbstbestimmung wie möglich zu bewahren. Von Jens Berger.

Schöne neue Welt! Die für teures Geld gekaufte Musik und die in bester UHD-Qualität verfügbaren Blockbuster liegen in der Cloud bei iTunes. Problemlos kann man mit jedem Endgerät, von der Apple-TV-Box am heimischen Fernsehgerät, über das iPhone, den iMac bis hin zur Apple Watch, auf seine multimedialen Schätze zurückgreifen. Und wer Apple nicht mag, findet im Google-Universum vergleichbare Angebote unter anderen Namen. Auch der e-Commerce-Gigant Amazon hat ein maßgeschneidertes Angebot. So einfach war Entertainment noch nie! Und um die Sache noch einfacher zu machen, sollte man sich natürlich auf eines dieser Ökosysteme beschränken. Wenn der gesamte Content aus einer Hand kommt, ist die Vernetzung schließlich erst perfekt.

Und wer mit der Zeit geht, hat seine gesammelten alten Familienfotos bereits digitalisiert und auf Apple, Google oder Amazon Fotos hochgeladen. Die neuen digitalen Fotos liegen da ja ohnehin schon. Der früher noch teure Speicherplatz ist entweder kostenlos oder spotbillig und es ist ja auch wunderbar bequem, von allen denkbaren Endgeräten auf die gleiche Online-Bibliothek zurückzugreifen. So kann man der Oma auf dem Smartphone ohne Aufwand die Urlaubsfotos zeigen und wenn Oma auch ein Smartphone hat, die Abzüge auch gleich digital mit ihr teilen. Da schlägt nicht nur das Techie-Herz doch gleich höher.

Gibt es heute noch jemanden, der Software auf antiquierten Datenträgern hat?

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